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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 08:03 Uhr

Geschäftsidee : Täschner händeringend gesucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Christian Pietsch ist Gründer und Inhaber von Gusti Leder. Seine Nische: individuelle Vintage-Taschen für jeglichen Anlass.

von
erstellt am 09.Sep.2014 | 11:00 Uhr

Die Idee ist aus Marokko. „Während meiner ersten Backpacker-Reise 2007 durch Nordwestafrika lernte ich die ersten dort ansässigen familiären Ledertaschenproduzenten kennen“, sagt Christian Pietsch. Seit 2010 ist er Inhaber des Taschenladens Gusti Leder im Barnstorfer Weg 17 mit angeschlossener Unikat-Werkstatt und Gründer von www.gusti-leder.de.

Anfangs zahlte er einem Warnemünder Kutterbesitzer Miete, um auf dessen Steg Ledertaschen- und Armbänder verkaufen zu dürfen – heute hat er rund 60 Mitarbeiter und vertreibt etwa 450 Artikel. Vorbei ist die Zeit, in der der 29-Jährige – voll behängt mit Taschen – per Fahrrad Geschäfte belieferte. Seit etwa drei Jahren schreibt Gusti Leder schwarze Zahlen. „Wir verkaufen im Monat 5000 Taschen, 97 Prozent davon online“, sagt der Prenzlauer, der seit zehn Jahren in Rostock lebt. Ziel sei es, besser als Zalando zu werden. Neben klassischen Umhängetaschen hat Pietsch auch Gitarren-, Tennis-, Reise-, Akten-, Handy-, Foto- und Federtaschen sowie Rucksäcke mit Laptop-Hülle im Angebot. Selbst einen Vintage-Fahrradsattel können Liebhaber bei ihm erwerben. „Unsere Innovation ist die Tasche mit drei Klappen“, sagt der Unternehmer. Je nach Laune können sie per Klettverschluss ausgetauscht werden.

In seinem Büro in der Pläterstraße 6 hängen Lederproben an der Wand. „Zu 80 Prozent verkaufen wir das hellbraune, vegetabil gegärbte Ziegenleder“, so Pietsch. In den Geschäftsräumen befindet sich nicht nur das Foto- und Videostudio, sondern von dort aus werden auch die verpackten Taschen von den Produzenten an die Kunden versandt.

„Ich klebe Barcodes auf, überprüfe die Ware und mache sie schick für die Empfänger“, sagt Studentin Susanne Bayer. Die 23-Jährige jobbt für Gusti Leder, „weil ich hier viel mit den Händen tun kann“.

„Ich habe einen Traumjob, weil alle meine Ideen umgesetzt werden können“, sagt der Gründer. Mit seiner Geschäftsidee wolle er die alten, verkrusteten Strukturen der Einkaufsketten auflösen. Seine Ideen scheinen nur so zu sprudeln. „Künftig sollen unsere Kunden mit nur zwei Klicks ihre Tasche kaufen können“, sagt Pietsch. Via Video sollen die Produkte präsentiert, bewertet und direkt zum Kauf verlinkt werden. Ein Problem hat Pietsch jedoch: Er leidet unter Fachkräftemangel. „Ich suche händeringend Täschner oder Sattler, die hochwertige Ledertaschen für uns fertigen“, sagt der Volkswirt. Bislang wird überwiegend in Marokko und Indien produziert. Die Schneider im Barnstorfer Weg individualisieren – etwa die alte Triathlon-Hose eines Sport-Freaks – und reparieren lediglich.

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