Tabu-Zonen für Spielhallen geplant

<strong>Engagieren sich:</strong> Stephanie Hameister (l.), Leiterin des Ortsamts Stadtmitte, und Verdi-Vertreterin Simone Wolf stehen für Fragen zum Thema Tarifforderungen bereit.<foto>Julia Ulbrich</foto>
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Engagieren sich: Stephanie Hameister (l.), Leiterin des Ortsamts Stadtmitte, und Verdi-Vertreterin Simone Wolf stehen für Fragen zum Thema Tarifforderungen bereit.Julia Ulbrich

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10. Januar 2013, 08:13 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Der Ausbreitung von Glücksspielhallen in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) könnte schon bald ein Riegel vorgeschoben werden. Die Stadtverwaltung will mit Hilfe eines Bebauungsplans Tabu-Zonen für die Betreiber einrichten. Aus Sicht der Mitglieder des KTV-Ortsbeirates ist das Vorhaben richtig. Sie stimmten am Mittwoch einstimmig für den Bebauungsplan.

Ins Rollen gekommen war die Diskussion um die Eindämmung nach einer Analyse der Standorte. Dabei wurde festgestellt, dass sich Casinos und Spielotheken gerade in städtebaulich wichtigen Lagen konzentrieren und so einen negativen Einfluss auf umliegende Geschäfte ausüben. In direkter Umgebung des Doberaner Platzes etwa gibt es allein vier Spielhallen. Die Verwaltung kritisiert, dass die Einrichtungen durch die häufig komplett zugeklebten Fenster und die blinkenden Schriftzüge aus dem Stadtbild fallen. Sie fürchtet einen Qualitätsverlust der Einkaufszonen.

Wie die Leiterin des Ortsamtes Mitte, Stephanie Hameister, mitteilt, gibt es immer wieder Anfragen von Betreibern, die Glücksspiel anbieten wollen. Doch auch mit einem neuen Bebauungsplan: Verschwinden werden die Vergnügungsstätten aus der KTV nicht. "Die vorhandenen Spielhallen haben Bestandsschutz", sagt Hameister. Der angestrebte Bebauungsplan soll jedoch Grenzen aufzeigen - und die verlaufen laut Antrag unter anderem beidseitig entlang der östlichen Lübecker Straße ab Einmündung Doberaner Straße und des Warnowufers. Darüber hinaus sollen auch die Doberaner Straße, die Wismarsche Straße sowie das Quartier zwischen Doberaner Platz und Arnold-Bernhard-Straße, westlich durch die Stampfmüllerstraße und östlich durch die Straße Am Vögenteich begrenzt, zu Tabu-Zonen werden. Das Gleiche gilt für den Doberaner Platz mit Brink und den Gertrudenplatz.

Begründet wird das Vorhaben auch damit, dass die betroffenen Ortsteile zum Sanierungsgebiet Stadtzentrum gehören und aufgewertet werden sollen. Der Standort Am Kabutzenhof/Ecke Warnowufer verfüge so über eine wichtige überregionale Ausstrahlung und soll daher nicht verschandelt werden. Auch im Quartier Kehrwieder soll einer negativen Entwicklungstendenz durch Spielhallen entgegengewirkt werden.

Das Vorgehen in der KTV könnte in Zukunft auch zum Vorbild für andere Stadtteile werden. Denn nicht nur in diesem Ortsteil sorgen die zugeklebten Fenster und die blinkenden Schriftzüge für Unmut. Nun muss jedoch erst einmal die Aufstellung des neuen Bebauungsplanes für die KTV beschlossen werden. Nach der Diskussion über den Antrag in drei Ausschüssen soll schließlich die Bürgerschaft entscheiden, ob dieses Verfahren die richtige Lösung im Kampf gegen die Ausbreitung der Spielstätten ist.

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