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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 15:48 Uhr

Rostock : Suppenküche läuft wieder heiß

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach mehr als zweieinhalb Jahren bezieht der Verein Wohltat sein neues Domizil. Stadt investiert 720 000 Euro in Umbau eines Waschsalons

Babette Limp-Schelling, Geschäftsführerin des Vereins Wohltat, und die Mitarbeiter der Suppenküche verfolgen ein hehres Ziel: Sie bereiten schmackhafte Gerichte zu und geben diese für wenig Geld an Bedürftige aus. In den letzten zweieinhalb Jahren mussten sie aber unter erschwerten Bedingungen arbeiten, denn ihnen fehlte ein Quartier. Nach langer Odyssee haben Limp-Schelling und ihre acht Mitarbeiter gestern im Beisein von 150 Gästen ihr neues Domizil in der Rudolf-Diesel-Straße bezogen. „Wir haben 929 Tage ohne Küche und ebenso viele Geschichten erlebt“, sagt die Wohltat-Chefin erleichtert.

Nachdem der Mietvertrag in der Küstenmühle ausgelaufen war, kamen die Ehrenamtler bei Transgourmet in Roggentin unter. „Das war für acht Wochen gedacht, aber daraus wurden zweieinhalb Jahre“, so Limp-Schelling. Die mussten die Suppenköche zwar auf engstem Raum verbringen, konnten dafür aber mietfrei ihre Geräte zwischenlagern. Doch die Suche nach einem geeigneten Objekt schien nicht enden zu wollen: Zu wenig Flächen, Anfahrtsprobleme, marode Wände – immer wieder gab es Schwierigkeiten.

Um dem Verein unter die Arme zu greifen, hatte die Bürgerschaft im Oktober 2015 beschlossen, dass die Stadt sich aktiv einbringen solle. Im April 2016 dann die Erleichterung: Mithilfe des Kommunalen Eigenbetriebs für Objektbewirtschaftung (KOE) und des Sozialamts wurde eine neue Bleibe gefunden – in einem ehemaligen Waschsalon. „Es gibt viele Kommunen, die das nicht leisten, aber es hängt so viel daran – soziale Kontakte und Arbeitsplätze“, so Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Für 720 000 Euro hat Rostock das Gebäude in der Südstadt saniert, Wände gesetzt, Küche, Lager- und Aufenthaltsräume geschaffen. Für 30 000 Euro wurden von Spendengeldern der Ospa, der Stadtwerke der Rostocker Robben und Privatpersonen Geräte gekauft. „Es ist nicht eine unserer größten Maßnahmen, aber eine der emotionalsten“, sagt KOE-Chefin Sigrid Hecht. Es sei bedauerlich, dass die Suche so lange gedauert habe.

Seit Anfang Juni können die Mitarbeiter wieder in der eigenen Küche stehen – „eine große Erleichterung“, sagt Corinna Johnsen, die mit den Kollegen pro Tag um die 180 Essen für die fünf Ausgabestellen zubereitet. Der Mietvertrag mit der Stadt läuft vorerst für zehn Jahre. Auch Geld für die Betriebskosten steht im Haushalt bereit.

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