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23. Oktober 2017 | 11:57 Uhr

Südstadtklinik wächst in die Höhe

vom

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2012 | 09:06 Uhr

Südstadt | Die Südstadtklinik stockt für insgesamt 14 Millionen Euro um ein Geschoss auf und baut ihre OP-Kapazitäten aus. Spätestens Ende 2014 sollen in den neuen Räumen Intensivmedizin und Aufwachzimmer untergebracht werden. Die zusätzlichen Operationssäle sollen vorerst in Containern unterkommen. Baustart ist für April 2013 vorgesehen. Das Land schießt 5,4 Millionen Euro zu. "In den Krankenhäusern gibt es auch 22 Jahre nach der Wende noch viel zu tun", sagt Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD), die gestern den Fördermittelbescheid überbrachte.

Die neue Intensivstation soll 14 Patienten aufnehmen können. Außerdem soll das Angebot um eine Zwischenpflegestation mit zwölf Betten wachsen, die eine Mischform zwischen normaler Station und Intensivstation darstellt. "So etwas ist bisher gar nicht vorhanden", sagt Chefarzt Dr. Klaus Wagner, der gemeinsam mit seinem Team aus fast 100 Ärzten sowie Intensiv- und Anästhesieschwestern für den neuen Trakt zuständig sein wird. Dort werden künftig auch übergewichtige Patienten versorgt. Bislang mussten für sie jeweils extra stabile Betten angemietet werden. "Die normalen halten nur bis zu 150 Kilogramm aus, die OP-Tische 130 Kilogramm", so Wagner.

Darüber hinaus werden in dem Zusatzgeschoss auch Patienten mit multiresistenten Keimen behandelt. Dafür sind die Voraussetzungen besonders anspruchsvoll. "Die Zimmer muss man sich wie im Film mit Schleusen vorstellen", sagt Wagner. Außerdem ist jeweils nur eine Person pro Zimmer zugelassen, um Ansteckungen zu verhindern. Im Gegensatz zu Operationen sind die Fallzahlen in diesem Bereich allerdings eher gering. "In den vergangenen fünf Jahren haben die Eingriffe von 8000 auf 12 000 im Jahr zugenommen", sagt Wagner. Und das trotz der Konkurrenz zur Uniklinik, deren operativer Trakt neu gestaltet wurde.


Nach Ansicht von Architekt Andreas Nülle, dessen Berliner Büro Rohling den Neubau geplant hat, wird die Unterbringung der Patienten immer wichtiger für deren Wahl des Krankenhauses. "Nur Aufbewahrung reicht nicht, es wird eine wohnliche Atmosphäre gewünscht", sagt er. Vierbett-Zimmer mit ausgelagerter Toilette seien heutzutage nicht mehr denkbar. Standard seien Zweibett-Zimmer mit eigener Nasszelle. Und auch die technische Ausstattung sei bei einem Krankenhaus sehr anspruchsvoll. "Das ist schon die hohe Schule der Planung", so Nülle. Nicht weniger problematisch werde die Ausführung. "Die Bauarbeiten müssen fein abgestimmt werden", so der Architekt. Schließlich laufe der Betrieb in den Stockwerken darunter wie gewohnt weiter. Nur bei erheblicher Belästigung sollen die oftmals besonders sensiblen Stationen geräumt werden.

"Es gibt nicht viele kommunale Krankenhäuser, die so gut laufen wie das Südstadtklinikum", sagt Schwesig. Dass das Land Fördermittel zur Verfügung stellt, während die Stadt Rostock zuletzt immer wieder Teile der Klinik-Gewinne für ihren Haushalt verbuchte, sieht die Ministerin allerdings als Problem. "Ich werbe dafür, möglichst alle Überschüsse wieder in das Krankenhaus zu investieren, aber das kann man der Stadt nicht vorschreiben", sagt sie. In diesem Jahr muss das Südstadt-Krankenhaus 3,5 der 6,6 Millionen Euro Gewinn abgeben. "Das verkraften wir, wenn es nicht so weitergeht", sagt Klinik-Chefin Renate Fieber. Schließlich müsse ihr Krankenhaus ständig steigende Leistungen bieten.

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