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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 17:59 Uhr

Rostock : Südstadt-Klinik wird 50

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Krankenhaus wird am 11. Dezember 1965 als „Palast der Gesundheit“ eingeweiht

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 20:52 Uhr

Am 11. Dezember 1965, dem Tag des Gesundheitswesens, zelebrierte die Hansestadt Rostock die Übergabe ihres ersten Krankenhaus-Neubaus. Als „Palast der Gesundheit“ wurde das 32,8 Millionen DDR-Mark-Projekt damals bezeichnet. Immerhin ermöglichte die Klinik medizinische Versorgung auf dem neuesten Stand der damaligen Forschung und Entwicklung. Von Beginn an wurde interdisziplinär gearbeitet, medizinische Fachgebiete verknüpft. „Das Klinikum Südstadt arbeitet seit seiner Gründung 1965 als hochmodernes effizient strukturiertes Haus“, sagt Dr. Hans-Christof Schober, der heute als ärztlicher Direktor des Klinikums tätig ist. Bereits 1966 konnte die Klinik auf diese Weise einen Einzugsbereich von 400 000 Einwohnern mit moderner medizinischer Versorgung abdecken. Das Zusammenwirken von stationären, ambulanten und funktionalen Bereichen verkürzte die Krankenhausverweildauer von den damals in Europa üblichen 27 Tagen auf durchschnittlich 14 Tage. „Durch eine intensive fachübergreifende Arbeit der verschiedenen Kliniken gelang es schon immer, Patienten umfassend ganzheitlich zu betreuen“, so Schober.

Eine Neustrukturierung der Kliniken in Rostock wurde 1998 beschlossen. Dies betraf die Fachgebiete Urologie, Pädiatrie und Frauenheilkunde. Im Dezember 2004 fusionierten die beiden Rostocker Frauenkliniken zur Universitätsfrauenklinik und Poliklinik am Klinikum Süd. Dadurch entstand eine der größten Frauen- und Geburtskliniken Deutschlands. „Die Fusion war ein wesentlicher Meilenstein für die Entwicklung des Klinikums“, betont Schober.

„Das Klinikum Südstadt ist ein Generationskrankenhaus, denn das medizinische Angebot erstreckt sich von Beginn bis zum Ende eines Lebens, von der Geburt bis zu den letzten Tagen“, erklärt er und verweist damit auf die Zentrumsstruktur des Klinikums. In den zurückliegenden Jahren sei die Zentrenbildung weiterentwickelt worden. Auf diesem Weg könne die Patientenbetreuung optimiert und Medizin aus einer Hand ermöglicht werden. Hochspezialisierte Behandlungen wie sie beispielsweise Krebspatienten häufig benötigen würden, seien dank der insgesamt elf zertifizierten Zentren anwendbar.

Das Klinikum Südstadt ist als kommunaler Eigenbetrieb Teil der Hansestadt Rostock. Es ist das einzige Krankenhaus Mecklenburg-Vorpommerns, das überhaupt noch in kommunaler Hand liegt.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Klinik einen Umsatz von 111 Millionen Euro und erzielte einen Überschuss von 2,1 Millionen Euro. Seit 2004 seien Millionenbeträge an die Stadt abgeführt worden. trag für den Haushalt der Hansestadt ab. „Dass kommunale Krankenhäuser das können, ist eine absolute Seltenheit“, gesteht Finanzsenator Chris Müller (SPD). Deshalb schließt er auch eine Privatisierung der Klinik schließt Müller aus: „Ich kann mir eine Privatisierung nicht vorstellen. Auch der Oberbürgermeister wird das Klinikum nicht an einen privaten Träger veräußern wollen.“

Mehr als 1300 Mitarbeiter sind derzeit am Haus beschäftigt. Sie arbeiten in der Pflege, der Küche, der Verwaltung, der Technik. Mit 465 Betten werden jährlich mehr als 76 000 stationäre, teilstationäre und ambulante Patienten versorgt. In den kommenden fünf Jahren sollen plant die Klinikdirektion die Realisierung von gleich drei Großprojekten. Mit dem Bau des Parkhauses wurde gestern begonnen. Darüber hinaus soll auf dem Gelände des Südstadtklinikums ein Ärztehaus mit einer Größenordnung von 3000 Quadratmetern entstehen. Die erste Kostenschätzung: 10 Millionen Euro. „Das Parkhaus soll Entlastung beim ruhenden Verkehr auf dem Krankenhausgelände bringen. Wer das Gelände kennt, weiß, dass sich die Parkplatzsuche manchmal etwas schwierig gestaltet. Das Ärztehaus soll uns räumlich teilweise Entlastung bringen, zum Beispiel durch die Auslagerung unseres ambulanten OP“, erklärt Klinikdirektorin Renate Fieber.

Das dritte Vorhaben soll in Kooperation mit der Uniklinik realisiert werden: der Bau eines Eltern-Kind-Zentrums. Die Idee dazu schwebt seit 2008 über der Stadt. „Von dem Moment der Schwangerschaft, über die Geburt bis hin zur Betreuung nach der Geburt soll das Eltern-Kind-Zentrum ein umfangreiches Paket abliefern“, erläutert Müller. Der Baustart sei allerdings vor 2017 nicht realistisch. „Grob szenarisch gedacht, kann man sich 2019 oder 2020 die Eröffnung vorstellen“, sagt Fieber. Sie ist sich sicher: „Das Projekt wird über die Grenzen der Hansestadt hinaus für Anerkennung sorgen.“

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