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"Wir hoffen, das Kind endlich zu finden" : Suche nach Katharina geht weiter

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Gestern ist auf Rügen die Suche nach dem verschütteten zehnjährigen Mädchen wieder aufgenommen worden. 45 Feuerwehrleute haben damit begonnen, sich per Hand mit Schaufeln durch das Gestein zu arbeiten.

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erstellt am 31.Jan.2012 | 02:34 Uhr

Kap Arkona | Mit verstärkten Kräften und Spürhunden ist gestern auf Rügen die Suche nach dem verschütteten zehnjährigen Mädchen wieder aufgenommen worden. Nach einer wetterbedingten Zwangspause hatten am Morgen rund 45 Feuerwehrleute aus den Orten an der Nordspitze Rügens damit begonnen, sich am Kap Arkona von See her per Hand mit Schaufeln durch das abgerutschte Gemisch aus Kreide, Geröll und Mergel zu arbeiten.

"Der Wind hat gedreht, und damit ist auch das Hochwasser zurückgegangen. Wir kommen wieder besser an die Stelle heran, an der die Suchhunde angeschlagen hatten. Wir hoffen, das Kind endlich zu finden", sagte Einsatzleiter Daniel Hartlieb. Bis zum Einbruch der Dunkelheit hatte sich die Hoffnung jedoch nicht erfüllt.

Hartlieb hatte gestern auch Kräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) und von zwei weiteren Feuerwehren zum Einsatzort beordert, um die von der kräftezehrenden Arbeit am schmalen Strand erschöpften Männer abzulösen. Die Einsatzkräfte würden bis zu den Knien im Schlamm stehen und versuchen, per Hand mit Schaufeln den Berg an der Stelle abzutragen, an dem die Spürhunde angeschlagen hatten. "Es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Unser Ziel ist es, Katharina zu finden", betonte Hartlieb, nach dessen Angaben knapp 80 Helfer an dem Sucheinsatz beteiligt sind.

Kalkulierbare Gefahr für die Suchmannschaften

Am Nachmittag kamen erneut Spürhunde zum Einsatz. Die Suche konzentrierte sich auf eine 20 bis 30 Quadratmeter große Fläche am Rande der Abbruchstelle. "Das Wasser ist zurückgegangen. Wir müssen die Zeit nutzen, um das Kind zu finden", sagte Hartlieb. Der Steilhang, an dem sich weitere Risse gebildet haben und an dem neue Erdrutsche drohen, werde kontinuierlich beobachtet. Die Gefahr für die Suchmannschaften sei kalkulierbar, da die Einsatzstelle am weiterhin instabilen Hang nicht unmittelbar unterhalb der neuen Risse liege.

Katharina, die aus Burghagen (Gemeinde Plattenburg) unweit von Perleberg stammt, war am Montagnachmittag mit ihrer Mutter und der 14-jährigen Schwester am Strand unterhalb der knapp 40 Meter hohen Steilküste spazieren gegangen, als plötzlich mehrere tausend Kubikmeter Kreide und Mergel in die Tiefe stürzten und die Familie erfassten. Die Ältere und die Mutter wurden gerettet. Die Zehnjährige wird seither vermisst. Die Suchmannschaften gehen davon aus, dass Katharina in den Massen von Schlamm und Mergel gestorben ist. Am Dienstagmittag war die Suche wegen Sturmes und aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden.

Hilfe erhoffen sich die Feuerwehrleute auch von einem Kettenfahrzeug des THW, das aus Barth etwa 50 Kilometer weiter westlich herangeschafft werden sollte, um die Erdarbeiten zu beschleunigen. Der hohe Wasserstand hatte zuvor den Einsatz schwerer Technik verhindert.

Heute Morgen soll bei einer Beratung mit Rettungskräften und Kommunalpolitikern am Kap Arkona das weitere Verfahren erörtert werden. Bereits gestern hatten sich Landrat Ralf Drescher und sein Stellvertreter Lothar Großklaus (beide CDU) am Unglücksort informiert.

Das Areal rund um die Unglücksstelle bleibt weiterhin gesperrt.

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