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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 10:28 Uhr

Sturmflutschutz: Glaswand vom Tisch

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2013 | 08:15 Uhr

Warnemünde | Beim Thema Ausbau der Sturmflutschutzwand am Südende des Alten Stroms gibt es eine überraschende Wende. Durch eine Ministeriums-Entscheidung ist die Option einer Glaswand nun vom Tisch.

Am Mittwoch hat Dr. Lutz Postel vom Vorstand der Bürgerinitiative Wasserwehr am Südende Alter Strom ein Schreiben vom Umweltministerium erhalten. Dr. Thomas Zarncke teilt darin mit, dass seit Ende 2012 in den norddeutschen Küstenländern ein neues Bemessungsverfahren im Hochwasserschutz angewandt wird. "Für alle Maßnahmen, für die bis zu diesem Zeitpunkt kein Planfeststellungsverfahren eröffnet war oder keine wasserrechtliche Genehmigung vorlag, ist eine Überarbeitung erforderlich", erklärt Postel. Eine erneute Überprüfung durch das Ministerium hat nun ergeben, dass die Höhe der jetzigen Flutmauer bis 2050 ausreichend ist.

In der Statik muss nachgerüstet werden

Die Kronenhöhe muss dann auf ein Maß erhöht werden, das nach Prognosen für 2120 notwendig ist - für das 200-jährige Ereignis und den Anstieg des Meeresspiegels um 50 Zentimeter. Baubedarf an der aktuellen Schutzwand gibt es nur hinsichtlich der Statik. Die jetzige Sturmflutschutzwand besitzt bei dynamischer Belastung im Sturmflutfall keine ausreichende Standsicherheit, so Zarncke. Deshalb muss die Konstruktion der Wand erneuert werden.

Auch teilt das Ministerium mit, dass die bisher geplante Glaswand nach Prüfung des Ministeriums unter gegenwärtigen Förderbedingungen nicht aus den Sturmflutschutzmitteln des Landes finanzierbar ist. Die Warnemünder hatten sich gegen die Glaswand ausgesprochen, da sie zum Ziel für Vandalismus die Szenerie im Ostseebad beeinträchtigen könnte. "Mit den geplanten Küstenschutz-Maßnahmen für 2014 bis 2020 und der erweiterten Wasserwehr im Ortsteil kommen wir dem zuverlässigen Schutz der Ortslage deutlich näher", so Postel. "Wir kennen nicht alle Details, die zur Entscheidung des Ministeriums geführt haben, vorläufig an der Höhe der vorhandenen Anlage nichts zu ändern", kommentiert die umweltpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Dr. Ursula Karlowski (Grüne). Die intensive Auseinandersetzung der Bürgerinitiative mit den Kosten und Möglichkeiten eines modularen Ausbaus hätten offensichtlich zu der Entscheidung beigetragen, auf den Bau der umstrittenen Glaswand zu verzichten. Dieses Beispiel zeige, dass sich bürgerliches Engagement lohnt.

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