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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 03:26 Uhr

Campus : Studienplan nach Maß

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Jahrelang haben Studenten darauf gewartet: Jetzt führt die Philosophische Fakultät den Zwei-Fach-Master ein.

von
erstellt am 19.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Viele Studenten haben nach ihrem Bachelor-Abschluss an der Uni Rostock bislang vor der Wahl gestanden, welches ihrer beiden Studienfächer sie im Master vertiefen wollen. An der Philosophischen Fakultät haben sie ab Oktober die Möglichkeit, beide Fächer weiter zu studieren. Bis zur Einführung dieses Angebots ist es allerdings ein langer und teilweise steiniger Weg gewesen. Studiendekan Prof. Hillard von Thiessen musste sich Kritik gefallen lassen, ist am Ende aber zufrieden mit dem Ergebnis. Er hofft nun, dass andere Fakultäten nachziehen und Fächer für den Zwei-Fach-Master öffnen.

Im neuen Studiengang können die Studenten die Fächer Alte Geschichte, British and American Transcultural Studies, Germanistik, Geschichte, Gräzistik, Klassische Archäologie, Kommunikations- und Medienwissenschaften, Latinistik, Philosophie des Sozialen, Vergleichende Romanistik/Französisch sowie Vergleichende Romanistik/Spanisch jeweils als Erst- oder Zweitfach kombinieren. Zudem steht das Fach Bildungswissenschaften als Zweitfach zur Auswahl. „Es waren Studenten, die den Wunsch nach einem Zwei-Fach-Master an uns herangetragen haben“, sagt von Thiessen. An anderen Unis gebe es diese Möglichkeit schon lange, etwa in Köln, wo der Studiendekan vorher tätig war. „Viele Studenten sind nach ihrem Bachelor-Abschluss weggegangen, weil sie hier nicht die Möglichkeit hatten, ihre Fächerkombinationen zu vertiefen“, sagt von Thiessen. Ziel sei es, mehr Studenten zu halten und so akademischen Nachwuchs aus den eigenen Reihen heranzuziehen.

Doch die bürokratischen Hürden waren hoch. „Es galt zunächst, zwölf Fächerkulturen in ein Boot zu holen und dann alle Gremien zu überzeugen. Die Vorbereitungen haben allein ein Jahr in Anspruch genommen“, sagt der Studiendekan, der zugleich die Reformkommission leitete. Immer wieder stieß er auf Kritik. Zum Beispiel daran, dass der Zwei-Fach-Master die fachliche Vertiefung nicht ausreichend gewährleisten würde. Diese Bedenken räumt der Studiendekan allerdings aus: „Heute wird zunehmend interdisziplinär geforscht, da schaut der Historiker zum Beispiel auch auf soziologische Methoden. Der Zwei-Fach-Master orientiert sich an diesem Trend.“

Auch Studenten meldeten Zweifel an der Umsetzbarkeit an. Da sich die angehenden Akademiker ihren Stundenplan selbst zusammenbauen können, besteht die Gefahr von Überschneidungen. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Student ein Geschichts-Seminar besuchen möchte, allerdings zeitgleich eine Germanistik-Vorlesung stattfindet, die ihn ebenfalls interessiert. Darüber hinaus können bestimmte Fächerkombinationen zu einem erhöhten Prüfungsaufkommen im Semester führen, etwa dann, wenn alle Module mit einer Hausarbeit abgeschlossen werden müssen. Von Thiessen und seine Kollegen nahmen die Kritik ernst und haben alle denkbaren Studienpläne durchgeschaut. Ein Jahr lang dauerte die Konstruktion der Modulpläne.

Und wenn die Studenten doch einmal den Überblick verlieren sollten, ist ihnen Hilfe gewiss. Die Studienberatung wurde zur Einführung des neuen Studienangebots ausgedehnt. Es gibt neben der allgemeinen nun auch eine Notfall-Studienberatung.

Im vergangenen Wintersemester gab es an der Philosophischen Fakultät etwa 120 Neueinschreibungen in den Master-Studiengängen. Von Thiessen ist nun gespannt, wie sich die Zahl entwickelt. Sehr zufrieden wäre er, wenn die Zahl um gut zehn Prozent steigt.

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