Campus : Studienhilfe für Flüchtlinge

Größtenteils auf Englisch unterhielten sich die rund 20 Teilnehmer des ersten Refugee-Sprachtandems im Innenhof des “Grünen Ungeheuers“.
Größtenteils auf Englisch unterhielten sich die rund 20 Teilnehmer des ersten Refugee-Sprachtandems im Innenhof des “Grünen Ungeheuers“.

AG des Asta Rostock „Team Refugees“ setzt sich für Geflüchtete in Rostock ein, die an die Hochschule kommen wollen

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02. Juni 2015, 06:00 Uhr

Ihr Schlüsselerlebnis hatte Juliane Schwarz, als sie einen geflüchteten Syrer kennenlernte, der in seiner nunmehr zerstörten Heimat begonnen hatte, Tiermedizin zu studieren, das aber trotz guter Deutschkenntnisse in Rostock nicht weitermachen durfte. „Die Enttäuschung darüber, dass man hochmotivierte Jugendliche untätig herumsitzen lässt, hat mich angespornt, aktiv zu werden“, so die 26-jährige Studentin. Denn Geflüchtete sind gezwungen, ein halbes Jahr lang untätig in den Erstunterkünften zu warten, bevor sie arbeiten oder studieren dürfen, ganz egal, wie hochqualifiziert sie sind.

Aus dieser Enttäuschung heraus hat Juliane Schwarz das Team Refugees als eine Arbeitsgemeinschaft der Allgemeinen Studierendenvertretung (Asta) gegründet, das sich für die Belange derer einsetzt, die vor Krieg und Elend nach Rostock geflohen sind. Dabei ist das Team in drei Bereichen aktiv: unterstützend vor und während der Studienaufnahme, bei der Studienvorbereitung sowie bei der Durchführung von Aktionstagen und Abendveranstaltungen. Da die Studienaufnahme durch bürokratische Hindernisse stark erschwert ist, ist vor allem die allgemeine Studienvorbereitung gefragt. Zu diesem Zweck wurde ein Refugee-Sprachtandem ins Leben gerufen, bei dem sich Geflüchtete und Deutsche treffen, um wechselseitig ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.

„Das Schöne an diesen lockeren Treffen ist, dass wir auf Augenhöhe und mit Respekt voreinander agieren“, so Juliane Schwarz. Anders als bei normalen Sprachkursen bestehe kein hierarchisches Verhältnis. Ziel ist es, die Treffen regelmäßig zu veranstalten und noch mehr Teilnehmer anzulocken.

Dass das viel Sensibilität erfordert, musste Juliane Schwarz beim zweiten Sprachtandem feststellen. Gerade einmal ein Teilnehmer kam zum Termin im Asylbewerberwohnheim in der Satower Straße. „Eigentlich hatten wir gehofft, hier noch mehr Leute anzusprechen“, so Juliane Schwarz. „Aber es scheint so, als seien die Räumlichkeiten hier für viele sehr vorgeprägt.“ Die nächsten Treffen sollen daher wieder in der Uni stattfinden.

Wer sich einbringen möchte, meldet sich sich am besten unter:

team-refugees@asta-rostock.de

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