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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 12:14 Uhr

Demonstration : Studiengebühren in Rostock?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Studenten protestieren gegen mögliche Einführung von zusätzlicher Gebühr für Univerwaltung / Asta warnt vor Präzedenzfall

Zehn Euro pro Semester für die Universitätsverwaltung. Die Einführung dieser, auf den ersten Blick geringen Summe, hat gestern mehr als 100 Studenten der Universität Rostock dazu gebracht, lautstark vor dem Hauptgebäude am Brunnen der Lebensfreude zu demonstrieren, in dem am Nachmittag der Akademische Senat tagte.

„Das Problem ist nicht die Summe, sondern, dass ein Präzedenzfall geschaffen wird“, so Clemens Schiewek, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta). Er sieht darin einen Versuch, Studiengebühren durch die Hintertür einzuführen.

Im Koalitionsvertrag der Landesregierung von SPD und CDU sind diese zwar ausgeschlossen, jedoch ist es der Universität gestattet, bis zu 50 Euro zusätzliche Verwaltungsgebühr auf den Semesterbeitrag von aktuell 152 Euro aufzuschlagen. Es könnte sich also bald um deutlich mehr als besagte zehn Euro handeln.

Vor allem ist Schiewek über den Zeitpunkt der Einführung verärgert. „Gerade eben wurde der Beitrag für das Semesterticket enorm angehoben, jetzt kommt die nächste finanzielle Belastung auf die Studenten zu.“ Dabei stehe die Universität finanziell so gut wie lange nicht da.

Rektor Wolfgang Schareck betont dagegen, dass es eben keine Studiengebühr sei, die hier erhoben werden soll, sondern man nur im Interesse der Steuerzahler handeln würde. Vor denen sei man schließlich verpflichtet, die Kosten für die Verwaltung möglichst innerhalb des Universitätsbetriebs auszugleichen.

Auch wenn bei der Sitzung noch kein Beschluss gefasst wurde, ist Clemens Schiewek mit dem Verlauf der Demonstration hochzufrieden: „Viele Professoren haben in der Diskussion klargestellt, dass diese zehn Euro, auch wenn sie anders genannt werden, faktisch eine Studiengebühr sind.“ Das habe man vor allem den Studenten zu verdanken, deren lautstarker Protest bis in den Sitzungssaal zu hören war. Bei der nächsten Sitzung des Akademischen Senats werden die studentischen Vertreter beantragen, den Vorschlag des Rektorats abzulehnen. „Bis dahin werden wir unseren Protest weiterführen und in die Fachschaften tragen“, so Clemens Schiewek.

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