Studentenleben im Mittelalter

Dr. Steffen Stuth ist  stolz darauf,  den Ausstellungsbesuchern jahrhundertealte Bücher zu präsentieren.
2 von 2
Dr. Steffen Stuth ist stolz darauf, den Ausstellungsbesuchern jahrhundertealte Bücher zu präsentieren.

von
21. September 2012, 09:35 Uhr

Rostock | Studenten sind aus dem heutigen Rostocker Stadtbild nicht mehr wegzudenken - das war im Mittelalter nicht anders. Doch was hat man an der Universität Rostock im 15. Jahrhundert gelernt? Wie war die Uni organisiert? Und wie war das Studentenleben vor rund 600 Jahren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Ausstellung "Studieren im Mittelalter. Doctrina multiplex - veritas una" im Kulturhistorischen Museum Rostock. Gestern wurde sie eröffnet.

Gleich am Eingang der Ausstellung liegt ein großes dickes Buch aufgeschlagen in einer Vitrine. Ein dunkler Fleck ziert den unteren Buchrand. "Das ist die älteste Abschrift des Universitätsstatutes aus dem 16. Jahrhundert. Generationen von Studenten mussten bei ihrer Vereidigung den Finger darauf halten", erläutert Dr. Steffen Stuth, kommissarischer Leiter des Kulturhistorischen Museums.

Die Rostocker Universität ist eine der ältesten Universitäten in Deutschland und die älteste im Ostseeraum. 1419 wurde sie gegründet. Aus demselben Jahr stammen die beiden Zepter, mit feinen Goldschmiedearbeiten an der Spitze verziert. "Die sind noch heute bei der Immatrikulation der Rostocker Studenten in Benutzung", erklärt Suth. Viele solch kostbarer Leihgaben des Universitäts-Archives, aber auch der Bibliothek sind in der Schau zu finden. "Wir haben sogar das erste Buch, das 1569 in die Bibliothek eingezogen ist: Das Gesamtwerk Platons aus dem Jahr 1556", sagt Steffen Stuth und ist sichtlich stolz.

Dabei waren die damaligen Universitäten nicht zu einem zusammenhängenden Campus zusammengefasst, wie es heute häufig der Fall ist. Eine große mittelalterliche Karte zeigt, wie die Gebäude über das gesamte Rostocker Stadtgebiet verteilt waren. "Oftmals haben die Professoren die Vorlesungen auch in ihren Privathäusern abgehalten", sagt Stuth. Maßgeblich an der Entstehung der Schau beteiligt war Hannes Pingel (26). Der Rostocker Masterstudent der Historischen Wissenskultur hat nicht nur die Ausstellungstexte geschrieben, sondern auch recherchiert, Objekte ausgewählt und den Aufbau begleitet.

Wer also wissen möchte, was es mit dem Studentengefängnis auf sich hat und wie die mittelalterlichen Studenten ihre Freizeit verbrachten, hat noch bis zum 11. November im Kultur historischen Museum die Möglichkeit, es zu erfahren. Die Ausstellung "Studieren im Mittelalter. Doctrina multiplex - veritas una" ist noch bis zum 11. November dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Kulturhistorischen Museum zu sehen.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen