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Abstimmung in Rostock : Studenten wollen Semesterticket behalten

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Streit mit der RSAG: Knappe Mehrheit spricht sich für Fahrradmitnahme aus

von
erstellt am 16.Dez.2014 | 08:00 Uhr

Das Ergebnis ist knapp, sehr knapp sogar. Mit 50,4 Prozent der Stimmen haben sich die Rostocker Studenten für ein Semesterticket inklusive Fahrradmitnahme ausgesprochen – auch wenn sie dafür künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Das ist das Votum aus der vom Allgemeinen Studentenausschuss (Asta) initiierten Urabstimmung. Mehr als 5800 Studenten nahmen teil, das entspricht etwa 40 Prozent aller Immatrikulierten. Mit diesem Ergebnis im Rücken wird der Studentenrat (Stura) morgen beraten und aller Wahrscheinlichkeit nach dem Asta den Auftrag erteilen, die entsprechenden Verträge mit der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) zu unterzeichnen. Dem vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen, in denen sich die Studenten gegen die aus ihrer Sicht unangemessen hohe Preissteigerung und den drohenden Wegfall der Fahrradmitnahme zur Wehr setzten.

Für den Asta-Vorsitzenden Clemens Schiewek zeigt das Ergebnis der Urabstimmung vor allem eins: „Dass die vorliegenden Angebote nicht gut sind.“ Er spricht von einer „Wahl zwischen Pest und Cholera“. Denn eine Anhebung des Preises um rund 20 Prozent, während die Preise bei allen anderen Fahrgästen nur um rund fünf Prozent steigen sollen, finden Asta und Stura ungerecht. „Wir sind absolut bereit, Kostensteigerungen im Personalbereich mitzutragen“, stellt Schiewek klar. Nur sei das Ausmaß eben unverhältnismäßig. Das Ticket wird ab dem Sommersemester 2015 dann 99 Euro kosten.

Dass die Studenten trotz groß angelegter Protestaktionen nun doch einknicken, erklärt die Studentische Prorektorin Isabelle Pejic: „Wir sind in einer Zwangslage. Die Studenten brauchen das Semesterticket.“ Lange Wege von einem Hörsaal zum anderen in oft weniger als einer halben Stunde Zeit seien anders nicht zu schaffen. Das zeige auch das Votum bei der Frage danach, ob das Ticket generell gewünscht sei. Hier antworteten 81 Prozent mit Ja.

Die Studentenvertreter sind enttäuscht – nicht nur von der RSAG, auch von der Rostocker Bürgerschaft. An diese hatten sie sich mit der Bitte um Unterstützung gewendet. Tom Lüth, Vize-Stura-Präsident, mahnt: „Wenn Studenten auch weiter nicht gehört werden, dann kann das für die Stadt nicht gut sein.“  

 

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