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25. November 2017 | 05:13 Uhr

Studenten mit Kamera überwacht

vom

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2012 | 07:32 Uhr

Rostock | Datenschutzpanne an der Universität Rostock: Um seine Studenten bei einer Modulprüfung im Audimax besser im Auge zu haben, hat Mathematik-Professor Dr. Kurt Frischmuth die Videoanlage im Hörsaal eingeschaltet. Diese filmte die Studenten und projizierte sie an die große Leinwand im Audimax. Was Frischmuth nicht wusste: Die Nutzung der Anlage ist für solche Zwecke verboten. Nun können die knapp 120 Studenten die Prüfung noch einmal schreiben.

"Das war mein Fehler", sagt Frischmuth. Er habe nicht gewusst, dass das Verfahren bei Prüfungen unzulässig sei. Bekannt wurde der Vorfall, weil sich eine Studentin über die störenden Geräusche der Videoanlage während der Prüfung beschwerte. Dadurch hätte sie sich nur schlecht konzentrieren können. Sie und die anderen haben jetzt die Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen. "Jeder kann, aber keiner muss", erklärt Frischmuth.

Die Klausur im Fach Mathematik I wurde im Studiengang Wirtschaftswissenschaften geschrieben. Die Beschwerde ging an den Rostocker Prüfungsausschuss, wurde geprüft und anerkannt. Somit können die Studenten, die den Nachholtermin am 28. März wahrnehmen, ihre Prüfung annullieren lassen. "Ich gehe nicht davon aus, dass viele die Prüfung noch einmal ablegen werden", sagt Frischmuth, der seit mehr als 20 Jahren am Lehrstuhl für Mathematik tätig ist. Als der Fehler bekannt wurde, habe er sofort dafür gesorgt, dass den Studenten ihr Recht eingeräumt wird. Grund für den Einsatz der Videokamera sei die Unübersichtlichkeit im Audimax gewesen. Die knapp 120 Studenten seien nur schwer für einen Prüfer allein zu beaufsichtigen.

Wie ein Dozent seine Studenten überwacht, liege im eigenen Ermessen, sagt Ulrich Vetter, Sprecher der Universität. Damit meint er, dass unter Umständen auch zusätzliche Aufsichtspersonen zu einer Prüfung herangezogen werden. "Da ist viel Fingerspitzengefühl gefragt", sagt Vetter und bestätigt, dass die Videokamera für die Überwachung einer Prüfung im Audimax nicht eingesetzt werden darf. Außer dem Nachschreibetermin im März gebe es aber keine weiteren Konsequenzen.

Umstrittene Prüfungsmethoden an der Universität wurden zuletzt im September des vergangenen Jahres bekannt. Damals an der Philosophischen Fakultät. Hier wurden von Studenten und Allgemeinem Studentenausschuss (Asta) die Anwesenheitslisten sowie die Ausweis-Kontrolle durch die Dozenten kritisiert. Auch der Datenschutzbeauftragte stellte die Vorgehensweise infrage, denn für die Datenerhebung bedürfe es einer Rechtsgrundlage, die bei der Uni nicht vorliege.

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