Sommeroper : Studenten geben den Ton an

Bei der Sommeroper haben Maximilian Eisenacher und Robin Portune (hinten v. l.) den Hut auf. Auf der Bühne sind Dennis Kuhfeld, Florian Welsch und Yuji Natsume (vorn v. l.) zu erleben.
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Bei der Sommeroper haben Maximilian Eisenacher und Robin Portune (hinten v. l.) den Hut auf. Auf der Bühne sind Dennis Kuhfeld, Florian Welsch und Yuji Natsume (vorn v. l.) zu erleben.

Bei der Sommeroper der Hochschule arbeiten die jungen Musiker in Eigenregie / Am Donnerstag ist Premiere

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08. Juli 2015, 10:00 Uhr

Am Donnerstag feiert die Sommeroper der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) Premiere. Gezeigt wird Rossinis Erstlingswerk „La Cambiale di Matrimonio“. Regie führt dabei Maximilian Eisenacher aus Leipzig, die musikalische Leitung hat Robin Portune übernommen. Das Besondere: Beide sind Studenten. Und auch das Ensemble sowie das Orchester bestehen aus Studenten. Für alle ist es eine freiwillige Leistung, die sie neben ihrem Studium absolvieren. „Budget, Werbung, Proben, Raumorganisation – das ist mit einem unglaublichen Aufwand verbunden“, sagt Portune. Warum es ihm als Projektleiter dennoch nicht schwer gefallen ist, Mitstreiter zu finden? „Gerade die Sänger sind froh über jede Gelegenheit, Bühnenpraxis zu gewinnen“, sagt der Student und fügt lachend hinzu: „Die Instrumentalisten allerdings mussten wir mit einem Schein locken.“ Sie können sich die Teilnahme als Studienleistung anrechnen lassen.

Eine Sommeroper hat es schon vor vielen Jahren einmal an der HMT gegeben. Prof. Christfried Göckeritz, bei dem Portune Orchesterdirigieren studiert, regte an, das Projekt wieder aufleben zu lassen. „Mir hat die Idee gefallen, weil der Lerneffekt riesig ist“, sagt Portune. Dazu gehört es auch, in der Zusammenarbeit mit den Kommilitonen und Freunden klar die Führung zu übernehmen und für einen gewissen Grad an Disziplin bei den Proben zu sorgen. „Das muss sein und eigentlich kennen sie das auch schon. Ich habe bereits mehrfach die musikalische Assistenz übernommen, nur eben noch nie die Leitung“, sagt Portune. Regisseur Eisenacher hat es da ein bisschen einfacher: „Ich glaube, als Gast habe ich einen gewissen Besucher-Bonus.“

Eisenacher studiert in Leipzig, Portune fragte vor etwa drei Monaten bei ihm an, ob er die Regie bei der Sommeroper übernehmen wolle. An der Rostocker Hochschule gibt es keinen Studiengang für Regie. „Ich habe mich sehr über die Möglichkeit gefreut“, sagt Eisenacher. Bisher habe er nur im Schauspiel Regie geführt. Zur Verstärkung habe er sich Maximilian Enderle aus Leipzig als Dramaturgen mitgebracht. „Damit ich nicht ganz allein unter Rostockern bin“, scherzt Eisenacher.

Nach einem Kennenlernen Ende April liefen die Vorbereitungen dann parallel in Rostock und Leipzig. Seit 7. Juni wird gemeinsam geprobt. Morgen um 21 Uhr wird im Innenhof der Hochschule Premiere gefeiert. Elf Sänger, ein Schauspieler und 21 Orchestermusiker wirken mit. Drei weitere Aufführungen soll es nach der Premiere noch geben. Bei schlechtem Wetter wird die Vorstellung nach drinnen in den Katharinensaal verlegt. „Auch das haben wir geprobt. Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Portune.

„La Cambiale di Matrimonio“ ist eine leichte Komödie. Gesungen wird in italienischer Sprache. Ein Erzähler wird jedoch durch die Handlung führen, sodass auch ohne Übertitel die Handlung für die Zuschauer verständlich wird.

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