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20. November 2017 | 05:12 Uhr

Studenten bauen Simulator

vom

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2012 | 09:43 Uhr

Hansaviertel | Um sich auf reale medizinische Einsätze vorzubereiten, haben Studenten der Universität Rostock einen Endoskopie-Simulator gebaut, der auch heute auf der Langen Nacht der Wissenschaften demonstriert wird und die Besucher zum Mitmachen animieren soll. Zusammen mit Dr. Gernot Rücker, Leiter der Rostocker Simulationsanlage für Notfallausbildung (RoSaNa), wurde das High-Tech-Gerät von den Nachwuchsmedizinern gebaut. Es soll vornehmlich für die Studenten zur Verfügung stehen, damit sie den Umgang mit den teuren Instrumenten erlernen können.

"Wir haben das sehr echt wirkende Model einer Speiseröhre und des dazugehörigen Magens extra aus Japan importieren lassen" sagt Rücker. Aber ungewöhnlich ist auch der zweite Teil des Konstrukts - eine Playmobil-Pyramide. "Die haben wir mit eingebaut, damit es viele Ecken und Kanten gibt. So können die Studenten spielerisch lernen, ganz filigran mit dem Simulator umzugehen", erklärt Rücker weiter. Dort finden die Chirurgie-Anwärter zum Beispiel die kleinen Plastikfiguren, die einen Schatz bewachen, einen echten Diamanten. Um alle Stücke zusammen zu bekommen, ersteigert Oberarzt Rücker auch mal das eine oder andere Teil im Internet oder bringt es aus dem Baumarkt mit. So entsteht dann ein weit verzweigtes Röhrensystem zum Üben.

Für die Anwärter gibt es drei Stationen auf dem Weg zum Umgang mit dem Simulator. Zuerst sollen sie die Instrumente kennenlernen und einfach nur in die Hand nehmen, anschließend können sie mit dem Playmobil-Model experimentieren. "Der letzte Schritt führt die Studenten in den künstlichen Magen", so Rücker weiter. Dort seien dann sogar Zysten und Geschwüre zu sehen.

Unterrichtet werden die Studenten in freiwilligen Kursen von Dr. Florian Kühn, Assistenzarzt der Allgemeinen Chirurgie. Er erläutert: "Der Simulator ist wichtig für die klinische Seite der studentischen Ausbildung. Obwohl der Kurs nicht als Pflichtveranstaltung angeboten wird, sind schon etwa 20 angehende Mediziner dabei."

Möglich wurde das Projekt auch durch den Einsatz des Rostocker Skills Lab, einer studentisch geführten Einrichtung, die führend ihrer Art in der deutschen Universiätslandschaft ist. Leiterin Kathrin Benad erklärt: "Durch unser breites Kursangebot können viele Interessen abgedeckt werden. Wir haben immer neue Kurse im Angebot, in denen Studenten für den Ernstfall lernen können."


Das Programm


Heute zur Langen Nacht

Campus Schillingallee 35 in den RoSaNa-Räumen
Es können verschiedene High-Tech-Simulatoren ausprobiert werden, darunter IGOR, eine Puppe zum Erlernen der Herz-Lungen-Wiederbelebung, der neue Endoskopie-Simulator und ein Defibrilator/ Herzschockgerät (18 bis 22 Uhr, halbstündlich und 15-minütlich).
Foyer und Kursraum der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie
Demonstration und Diskussion zu den neuesten Techniken der Zahnerhaltung, Herstellung von Füllungen und Methoden zur Prävention von Zahnerkrankungen (18 bis 20 Uhr, laufend).
Biomedizinisches Forschungszentrum
Wenn das Immunsystem den eigenen Körper bekämpft, spricht man von Autoimmunerkrankungen. Schwerpunkte sind die Erforschung der Ursachen und eine gezielte Diagnostik. Dazu gibt es verschiedene Vorträge: Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Rheuma, Diabetis Mellitus und Autoimmundiagnostik (18 bis 22 Uhr).

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