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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. Oktober 2017 | 13:08 Uhr

IGA GmbH : Streit ums Tradi flammt erneut auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mitglieder der Bürgerschaft: IGA GmbH-Auflösung sollte Verlegung in den Stadthafen ermöglichen. 2017 muss das Schiff ins Dock.

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Die Auflösung der IGA GmbH und Aufgabe ihres Entwicklungskonzepts sind nach der Bürgerschaftssitzung vom Mittwoch zwar vorerst vom Tisch. Doch die Sorgen um den Verbleib des Traditionsschiffs bleiben: Der Maritime Rat will es unbedingt als Teil seiner maritimen Meile in den Stadthafen verlegen.

Die passende Gelegenheit dazu käme 2017. Dann läuft das Schwimmfähigkeitszeugnis des Schiffs aus, wie Hafenkapitän Gisbert Ruhnke bestätigt: „Zurzeit ist der Stand, dass es ins Dock muss.“ Die Vorbereitungen dafür sollen 2016 starten. „Wir gehen von einer Versandung aus, sodass wir es freispülen müssten“, sagt Ruhnke. Der Besuch im Dock sei unabhängig von einer eventuellen Verlegung in den Stadthafen notwendig, bei der die Bürgerschaft das letzte Wort habe.

Diese hatte sich wiederholt zum Schiffsstandort IGA-Park bekannt. In einem Zeitplan, den Ralph Müller, Chef des Amts für Stadtplanung, jüngst für den Maritimen Rat entworfen hat, werden die Verlegung und die Errichtung eines Maritimen Zentrums trotzdem als mögliche Punkte aufgeführt. Müller selbst bezeichnet das im Nachhinein als „ungeschickt“. Aus Sicht der Bürgerschaftsmitglieder ist es ein Affront. „Der Maritime Rat hat keine wirkliche Legitimation“, sagt Helge Bothur (Linke). Und Erhard Sauter (SPD) sagt mit Blick auf die von der Verwaltung befürwortete Auflösung der IGA GmbH: „Ich behaupte, die ganze Geschichte läuft nur darauf hinaus, das Tradi in den Stadthafen zu bringen.“

Uwe Michaelis (SPD), Ortsbeiratsvorsitzender von Groß Klein und Bürgerschaftsmitglied, ist ebenfalls besorgt: „Das Papier aus dem Amt zeigt ja, dass es Bestrebungen gibt, das Schiff in den Stadthafen zu verlegen.“ Die Verwaltung müsse endlich dem klaren Bekenntnis der Bürgerschaft zum Standort IGA-Park folgen und das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum vor Ort entwickeln. Im Entwicklungskonzept der IGA-Gesellschaft bildet das Museum samt landseitigem Neubau einen zentralen Baustein.

Eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung und städtischen Unternehmen kommt allerdings zu dem Schluss: Das Konzept als Ganzes ist nicht finanzierbar. Statt der von der IGA veranschlagten 21,1 Millionen Euro liege der tatsächliche Investitionsbedarf bei 28,3 Millionen Euro. „Die können wir als Hansestadt Rostock nicht aufbringen“, sagt Finanzsenator Chris Müller (SPD). Zumal die Landesministerien möglichen Zuschüssen eine klare Absage erteilt hätten. Auch müsse die Stadt nach der Umsetzung des Entwicklungskonzepts jährlich 4,7 statt bisher 2,1 Millionen Euro in den Park und das Museum pumpen. Müller stellt klar: „Rostock kann sich auch im Stadthafen keinen Museumsneubau für 20 Millionen Euro leisten.“

Die Bürgerschaft hatte am Mittwoch den vorläufigen Erhalt der IGA GmbH beschlossen. Vor einer möglichen Auflösung soll nun eine erweiterte Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Verwaltung, Bürgerschaft, IGA-Gesellschaft und externen Fachleuten gebildet werden. Deren Auftrag besteht darin, die Kosten der GmbH-Auflösung zu prüfen.

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