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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 06:53 Uhr

campus-Bau : Streit um Schulerweiterung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bauausschuss zieht Genehmigung für Neubau in Brinckmansdorf zurück. Anwohner klagen schon jetzt über die Lärmbelastung.

von
erstellt am 30.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Falsche Angaben zur Schülerzahl, ein illegaler Sportplatz, eine fehlende Lärmschutzwand – die Vorwürfe gegen das Institut Lernen und Leben (ILL), das im Vicke-Schorler-Ring den Schulcampus Jugendkunstakademie Rostock betreibt, wiegen schwer. Deswegen hat der Bauausschuss auf seiner Sitzung am Dienstag die schon erteilte Zustimmung für einen weiteren Millionen-Neubau auf dem Gelände zurückgezogen.

Bis zur nächsten Sitzung am 24. November soll die Verwaltung mit ILL-Geschäftsführer Sergio Achilles und den betroffenen Anwohnern ein Mediationsgespräch führen und deren Vorwürfe prüfen. Beispielsweise wirbt das ILL auf seiner Internetseite mit einer Maximalkapazität von 572 Grundschülern und Gymnasiasten. Amtlich genehmigt sind 528 Schüler. Auch eine Lärmschutzwand, die Teil des bisher letzten Ausbaus im Sommer vergangenen Jahres sein sollte, steht immer noch nicht. Laut Renee Schäfer vom Bauamt ist der Grund dafür, dass nach dem jetzt angestrebten Neubau ohnehin eine neue Wand errichtet werden müsse.

„Für uns hat es sich mit dem Schlafen erledigt, wenn wir aus der Nachtschicht kommen“, sagt André Waldmann. Er wohnt mit seiner Familie direkt neben dem Schulcampus. Das Schlafzimmerfenster der Eltern befindet sich nur sechs Meter vom Kleinspielfeld der Schüler entfernt – das laut Bauamt illegal angelegt wurde. „Der Bereich ist ursprünglich nicht als Kleinspielfeld genehmigt worden, wird jetzt aber so genutzt“, sagt Schäfer. Diese Aussage brachte Ausschuss-Chef Frank Giesen (CDU) endgültig zum Platzen: „Warum schreitet man da dann nicht ein? Die Anwohner haben ein Recht darauf, dass der Lärmschutz erfüllt wird – und zwar ab Tag eins. Da hört es bei mir auf.“ Dass so Konflikte entstünden, liege auf der Hand. Ausschuss-Mitglied Helge Bothur (Linke) ergänzt: „Da hat die Stadt schon ganz anderen einen Bescheid geschickt, zum Beispiel im Konflikt um die Mülltonnen auf den Gehwegen in der Östlichen Altstadt.“

Die Anwohner hoffen nun auf eine Lösung. Sie hätten schon in der Vergangenheit den Kontakt zu Achilles gesucht, seien aber immer abgewiegelt worden. Ihnen zufolge habe der ILL-Geschäftsführer den Konflikt durch Aussagen wie, sie sollten froh sein, dass er dort keinen Jugendclub hinbaue oder hätten sie mal im eigenen Haus dreifach verglaste Fenster eingebaut, eher noch angeheizt. Alle Versuche, ein Schiedsverfahren einzuleiten, seien lange Zeit gescheitert. Jetzt ist für nächsten Mittwoch ein Termin anberaumt. Gibt es dann keine Lösung, ziehen die Nachbarn eine Klage vor Gericht in Erwägung.

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