Streit um Schimmelwohnung

<strong>Carolin Winkler und Andreas Behnke sind sauer:</strong> Sie fürchten um die Gesundheit ihres Sohns Lenny-Andreas und ihrer Tochter. <fotos>Fotos: Dana Bethkenhagen</fotos>
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Carolin Winkler und Andreas Behnke sind sauer: Sie fürchten um die Gesundheit ihres Sohns Lenny-Andreas und ihrer Tochter. Fotos: Dana Bethkenhagen

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12. Juli 2012, 08:32 Uhr

Toitenwinkel | Carolin Winkler fühlt sich von ihrem Vermieter im Stich gelassen. Nach einem Wasserschaden in ihrer Vierraumwohnung in Toitenwinkel hat sich an den Wänden Schimmel gebildet. Die 26-Jährige fürchtet jetzt um die Gesundheit ihrer beiden Kinder Lenny-Andreas (neun Monate) und Sarina Angelique (neun Jahre). "Meine Tochter ist Allergikerin und hat Neurodermitis", so die Mutter. Von der Wohnungsgenossenschaft Süd (WG Süd) fordert sie mehr Unterstützung. "Ich wünsche mir, dass uns eine neue Wohnung zur Verfügung gestellt wird, zumindest übergangsweise, bis unsere jetzige Wohnung wieder hergerichtet ist", so Winkler.

Für Roland Großklags, Wohnungswirtschaftler bei der WG Süd, kommen die Vorwürfe von Winkler völlig überraschend: "Ich wurde bisher noch nicht darüber in Kenntnis gesetzt, dass es einen Schimmelbefall gibt." Dass in diesem Fall reagiert werden müsse, sei Großklags zufolge gar keine Frage. Winkler gibt an, die Wohngenossenschaft mehrfach angerufen zu haben, um das Schimmelproblem anzusprechen - doch immer wieder sei sie vertröstet worden oder habe keinen Ansprechpartner gefunden.

Ein Großteil ihrer Habe ist hinüber

Das Unwetter am 18. Juni hat die innen liegende Regenleitung des Hauses zerstört. Winkler glaubt jedoch, dass das keine Folge des Sturms ist, sondern eines schlecht gemachten Provisoriums. Das so genannte Knie des Rohres, eine Knickstelle, sei der 26-Jährigen zufolge etwa ein halbes Jahr vor dem Wasserschaden nur provisorisch repariert worden. Immer wieder habe Winkler nachgefragt, wann das Provisorium wegkommt. Getan habe sich jedoch nichts. Erst als die Stelle am 18. Juni erneut nachgab, kam ein Handwerker vom Notdienst. "Eineinhalb Stunden mussten wir auf ihn warten", erzählt die 26-Jährige. Die ganze Wohnung habe da schon unter Wasser gestanden, teilweise knöchelhoch, berichtet die Mieterin. Ihre Kinder habe sie an diesem Abend zu Verwandten bringen müssen und zu Hause dann noch die halbe Nacht wischen müssen. Auch den Teppichboden hätten sie noch nachts rausreißen müssen. Ein Großteil ihres Hab und Guts sei dabei kaputt gegangen. Dabei half ihr auch Andreas Behnke, der Vater des kleinen Lenny-Andreas. Auch er findet, dass die WG Süd zu wenig tut, und sorgt sich um seinen Sohn. "Von der Wohngenossenschaft haben wir nur zu hören bekommen, wir müssen nur immer lüften, dann wird das wieder", sagt Winkler. Großklags von der WG Süd sagt, dass der Notdienst die Leitung repariert habe und zudem mit Winkler ausgemacht wurde, dass der Leitungsschacht und die Wohnung erst einmal trocknen sollten und dass dann geschaut würde, wie es weitergehe.

Winkler glaubt, dass das Wasser auch ins Gemäuer eingedrungen ist, durch Löcher im Linoliumboden, der unter dem Teppich verlegt ist. Damit sei aus ihrer Sicht die Gesundheitsgefahr zu groß, um dort wohnen zu bleiben. "In der ganzen Wohnung riecht es muffig und die Wände schimmeln an einigen Stellen schon", sagt die 26-Jährige. Großklags zeigt sich gesprächsbereit: "Wir bieten Frau Winkler an, einen Beratungstermin auszumachen." Dann könnten alle Fragen noch einmal besprochen werden.

Auch wenn Winkler nun von ihrer Hausratsversicherung 3100 Euro für neue Möbel und den Bodenbelag bekommt, ist sie damit längst nicht zufrieden. "Das reicht gar nicht für die ganzen Möbel und den neuen Boden", sagt sie. Der Wohnungswirtschaftler von der WG Süd bemerkt, dass dieser Weg für Winkler der wirtschaftlich bessere sei. Die Hausratsversicherung würde nämlich den Neuwert und nicht wie die Versicherung der WG Süd den Zeitwert der Möbel erstatten. Eigentlich will Winkler jetzt nur noch eins: ausziehen in eine neue Vierraumwohnung, die ihr die WG Süd zur Verfügung stellt.

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