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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 22:28 Uhr

Streit um Homepage eskaliert

vom

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2012 | 09:23 Uhr

Stadtmitte | Robert Bull fühlt sich ungerecht behandelt. Seit Ende Januar darf er eigenen Aussagen zufolge nicht mehr für den Verein Behinderten Alternative Freizeit (Baf) die Homepage betreuen. Seit seiner Geburt ist der 42-Jährige spastisch gelähmt und gründete mit anderen engagierten Leuten 1991 den Baf-Verein, um nach der Wende Freizeitangebote für Behinderte zu schaffen. 2006 übernahm er eine neue Aufgabe, die ihn ausfüllte: Er betreute zuletzt eigenverantwortlich die Homepage des Vereins.

Doch damit kamen auch die Streitigkeiten mit Stefan Brunst, dem Geschäftsführer des Vereins, berichtet Bull. Seit Ende 2010 habe der Verein einen neuen Internetauftritt gewollt. Bull sagt: "2010 kam ein Nichtbehinderter in den Verein, der technisch dasselbe kann wie ich." Er sollte gemeinsam mit Bull die neue Homepage designen. Zwischenzeitlich sollte die alte Homepage durch eine vorübergehende ersetzt werden. "Ich war dagegen, denn man hätte die Alte einfach aktualisieren können", so Bull. Der Geschäftsführer des Vereins habe das jedoch anders gesehen, sodass sich zwischen den beiden Männern ein Streit entzündete. Bull fühlte sich von Arbeit an der Homepage ausgeschlossen. Zu Hause habe er jedoch weiterhin Vorschläge für den Internetauftritt entwickelt und sie dem Verein geschickt. Das sei ignoriert worden.

Bull wendete sich Ende vergangenen Jahres an den Vorstand. Dieser sollte schlichten und die Aufgabenverteilung klarstellen. Ende Januar entschied dieser, dass ein Programmierer die Homepage gestalten soll, alle Vereins-Mitglieder aber weiterhin berechtigt sind, Vorschläge einzubringen. Das sagt Vorstandsmitglied Rica Bünning.

Der Baf-Verein ist irritiert über Bulls Vorwurf, er sei ausgeschlossen worden, und weist diesen entschieden zurück. Bünning, die für den Vorstand und auch für die Mitglieder spricht, sagt: "Robert Bull kann weiterhin seine Vorschläge zur Umgestaltung unserer Homepage einbringen - wie jedes andere Vereinsmitglied auch." Sie stellt darüber hinaus klar, dass Bull die Arbeit im Verein nicht weggenommen worden ist, sondern er lediglich mit jemand anderen zusammenarbeiten sollte. "Das hat er jedoch abgelehnt", so Bünning. Ohne Hilfe sei Bull in den vergangenen Monaten mit der Programmierung nicht vorangekommen. Weil die Homepage das einzige und permanente Aushängeschild des Vereins ist und daher von besonderer Bedeutung, entschied sich der Vorstand für einen externen Programmierer. Für Bull stünden die Vereinstüren auch in Zukunft offen. Dafür sei allerdings die Voraussetzung, dass er die Beschlüsse des Vorstands akzeptiert und die Grundregeln des menschlichen Miteinanders einhält.

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