Holzhalbinsel : Streit um Hochbau

Die Wiro investiert rund 50 Millionen Euro auf der Holzhalbinsel. Grafik: nps tchoban voss
Die Wiro investiert rund 50 Millionen Euro auf der Holzhalbinsel. Grafik: nps tchoban voss

MiIm Herbst will die Wiro auf der Holzhalbinsel den Spatenstich für 180 Wohnungen setzen. Im Vorfeld gibt es Kritik.

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13. März 2014, 06:00 Uhr

Kritik an den Wiro-Plänen für die Holzhalbinsel: Mitglieder des Bauausschusses lehnen ein neungeschossiges Hochhaus ab, das an der Nordwestecke vorgesehen ist. Laut Stadtplaner Ralph Maronde soll es den Stadthafen künftig als städtebauliche Dominante abschließen.

Karl Scheube (SPD): „Wir reden hier von 34 Metern Höhe und einer Abriegelung gegenüber dem Wasser.“ Das heute von der Uni genutzte Hochhaus in der August-Bebel-Straße sei damals auch als städtebauliche Dominante verkauft worden. Scheube: „Wollen wir wirklich so einen Klopper so dicht am Ufer?“ Auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft sei auch auf eine relativ flache Bebauung geachtet worden.

Die beiden Gebiete seien aber nicht vergleichbar, sagt Chef-Stadtplaner Ralph Müller: Im Gegensatz zur Holzhalbinsel weise die ehemalige Neptun-Werft eine Hanglage auf. „Wenn wir in der Stadt einen Akzent setzen wollen, gibt es keine bessere Stelle als die Holzhalbinsel“, sagt er. Der Entwurf sei zudem das Ergebnis eines hochbaulichen Wettbewerbs, den die Wiro auf Anregung des Gestaltungsbeirats hin freiwillig ausgeschrieben hatte. „Mehr, als diese neutrale Bewertung von außen eins zu eins umzusetzen, kann man nicht machen“, sagt Müller. Das neungeschossige Gebäude orientiere sich an der Höhe der Silos nebenan.

Trotz der Bedenken stimmte die Mehrheit des Bauausschusses den Plänen am Dienstag zu. Jetzt fehlt noch das Okay der Bürgerschaft. Sie behandelt den Bauantrag und den geänderten Bebauungsplan am 2. April. Letzterer bestimmt unter anderem die zulässige Geschosshöhe, die Verschiebung von Baugrenzen und eine Verlängerung des Fußweges vom Gaffelschonerweg nach Norden.

Die Wiro will neben dem Neungeschosser vier weitere Hochhäuser mit vier bis sechs Stockwerken bauen. Die Gründungsarbeiten sollen im Herbst beginnen, der Hochbau im Frühjahr 2015. Bis zur Fertigstellung des 50-Millionen-Euro-Projekts plant das Unternehmen rund zwei Jahre ein. Am Ende sollen 180 Wohn-, vier Gewerbeeinheiten und 190 Stellplätze in einer Tiefgarage entstehen. Eine angedrohte Klage mehrerer Nachbarn gegen das Vorhaben nimmt Müller gelassen: „Wir haben die Änderungen rechtlich prüfen lassen.“

Direkt nebenan, im Gaffelschonerweg 5, soll das Mehrfamilienhaus „Inselturm“ mit 17 Wohnungen gebaut werden.

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