Bilanz der Häfen in Mecklenburg-Vorpommern : Stralsund mit Rekordergebnis

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Umschlag im Seehafen Rostock: Hier "Lady Saliha" im Hafenbecken Crfra

Mit einem Jahresumschlag von rund 37 Millionen Tonnen haben die Häfen und Hafenbetriebe in MV im vergangenen Jahr wieder nahezu die Umschlagszahlen von 2011 bestätigt. Und das trotz Einbußen in Rostock.

svz.de von
16. Januar 2013, 10:13 Uhr

Rostock | Mit einem Jahresumschlag von rund 37 Millionen Tonnen haben die Häfen und Hafenbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr wieder nahezu die Umschlagszahlen von 2011 bestätigt. Und das trotz Einbußen von rund fünf Prozent in Rostock, wo über die verschiedenen Hafenanlagen im vergangenen Jahr 22,7 Millionen Güter über die Kaikanten gingen - der Löwenanteil mit 21,2 Millionen Tonnen Fracht im Überseehafen. Rückgänge bei Schüttgütern (insbesondere bei Baustoffen) um neun Prozent schmälern hier ebenso die Bilanz wie leichte Defizite im Fähr- und Ro-/Ro-Verkehr. Während der Wegfall der Zementtransporte von rund einer halben Million Tonnen wegen der Ausbauarbeiten an der Eisenbahnstrecke Rostock-Berlin erwartet worden war, erwies sich der Ausfall der neuen Gedser-Fähren als Schlag ins Kontor. Für den Stückgutumschlag bildet inzwischen das lokale Güteraufkommen durch Ansiedlungen wie den Kranbauer Liebherr, das EEW-Großrohrwerk und die Windkraftanlagenhersteller das industrielle Rückgrat. Bei Getreide gab es ein Plus von elf Prozent gegenüber dem schwachen Jahrgang 2011. Auch hier sorgt mit der Ölmühle ein Ansiedler für Power.

2012 wurden 39 Millionen Euro in die Infrastruktur des Seehafens investiert. Allein zehn Millionen Euro stehen für den Ausbau des kombinierten Ladungsverkehrs, der mit der Fertigung und Montage zwei neuer Portalkräne in diesem Jahr fortgesetzt wird. "Wer im Aufschwung verdienen will, muss sich im Abschwung fit halten", erklärt Dr. Ulrich Bauermeister, Chef der Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero), der auch den Landesverband der Häfen führt.

Wismar In der Statistik der Jahresumschlagszahlen rangiert der Seehafen Wismar an zweiter Stelle. Der ausgewiesene Umschlag von 7,8 Millionen Tonnen beinhaltet allerdings auch den Landumschlag mit. Seeseitig gingen nur 3,7 bis 3,8 Millionen Tonnen über die Kaikanten. Vor allem Holz (1,6 Millionen) und Massengut (2,1 Millionen) dominieren hier in der Gutartenpalette. Neben Kali und Salzen wurden hier auch etwa 370 000 Tonnen Zement für Rüdersdorf umgeschlagen - ein Großteil jener Mengen, die Rostock verloren gingen. Erstmals wurde in Wismar ein Schiff mit knapp 20 000 Tonnen Holzpellets gelöscht. Für den Ansiedler German Pellets wird angesichts der steigenden Nachfrage nach Holzpellets der Hafen zu einem immer bedeutsameren Umschlagplatz. Und auch im Handling von Windkraftanlagen stellte der Hafen sein Know-how unter Beweis. Durch das Zusammenwirken mit Bremerhaven ist das neue Unternehmen Columbus Cruise Center Wismar auch bemüht, Wismar als neue Kreuzfahrtdestination in der Ostsee zu vermarkten.

Stralsund Im Seehafen Stralsund wurden rund 1,9 Millionen Tonnen Güter bewegt. 2012 schlägt somit als das bisher umschlagstärkste Jahr zu Buche. 60 Schiffe mehr als 2011 wurden abgefertigt. Rund 792 000 Tonnen sind allerdings auch hier Landumschlag. Der Zuwachs resultiert maßgeblich aus den Ausfuhren von REA-Gips mitteldeutscher Kraftwerke für die Produktion von Baumaterialien in Skandinavien. 630 000 Tonnen wurden mit 173 Frachtern verschifft, berichtet Sören Jurrat, Leiter Marketing und Vertrieb. Der Getreideumschlag stieg gegenüber 2011 um das 2,5-fache auf 160 000 Tonnen. Auf der Importseite waren positive Entwicklungen bei Dünger, Kalksteinschotter und gefrosteten Lebensmitteln für das Kühlhaus zu verzeichnen. Größere Einbußen beim Import von Blechen und Profilstählen für die insolvente Werft konnten durch die Gewinnung neuer Kunden durch das Ostsee-Strahl-Zentrum vermieden werden.

Sassnitz Die Rückgänge im Fährhafen Sassnitz resultieren insbesondere aus dem Auslaufen der Zufuhren für die fertiggestellte Nordstream-Pipeline und weniger aus dem Fährverkehr, erklärt ein Unternehmenssprecher. Für 2013 wird hier wieder ein deutlicher Anschub des Umschlags durch das Offshore-Geschäft erwartet. Im Sommer wird voraussichtlich mit dem Start für den Offshore-Windpark Baltic 2 gerechnet, für den Sassnitz Basishafen wird.

Greifswald Von den kleineren Häfen zeigt Greifswald mit einem Umschlag von rund 143 718 Tonnen weiter Flagge. Der kommunale Umschlagplatz am Ryck war am 1. Januar 2012 durch die Rostocker Zementumschlagsgesellschaft (RZU) gemeinsam mit der Firma Beiselen aus Ulm für ein Jahr übernommen worden. Seit dem 10. Dezember hat die RZU den Betreibervertrag für den Hafen für weitere 25 Jahre mit der Hansestadt Greifswald abgeschlossen, berichtet Geschäftsführer Michael Ott. Da die RZU aber nicht Mitglied im Landesverband ist, taucht nun auch der Hafen nicht mehr in dessen Statistik auf. Vom Hafen Vierow wäre erwähnenswert, dass hier das Anschlussgleis inzwischen fertiggestellt wurde und auch noch der Ausbau der Liegeplätze vorgesehen ist.

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