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22. November 2017 | 10:24 Uhr

Strahlengefahr im Seehafen gering

vom

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2011 | 07:24 Uhr

Entwarnung für den Rostocker Seehafen: Obwohl sich Hamburg und Bremen auf das Einlaufen radioaktiv verseuchter Schiffe aus Japan vorbereiten, bestehe für die Hansestadt Rostock keine Gefahr. Das versichert Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. "Wir erwarten in den kommenden Monaten keine Schiffe aus dem Pazifik oder direkt aus Japan", sagt er. Ohnehin sei die Wahrscheinlichkeit gering, dass verstrahlte Schiffe überhaupt Warnemünde passieren. "Wenn sie in Japan losfahren, werden die radioaktiven Teilchen durch das Seewasser vom Schiff abgewaschen", so Ruhnke. Zudem werde die Ladung durch das Schiffs- und Hafenpersonal vor der Abfahrt gereinigt, sodass der Frachter mit einer möglichst geringen Verstrahlung das Land verlassen könne.

Gesetzt den Fall, dass doch einmal ein verseuchtes Schiff die Bundeswasserstraßen in der Nord- und Ostsee erreicht, wird es von dem integrierten Mess- und Informationssystem für die Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt (IMIS) erfasst und gemeldet. Seit dem Reaktor-Unglück in Tschernobyl 1986 besteht das System. "Es misst überall in Deutschland die Radioaktivität und erfasst beispielsweise schon Schiffe, die sich noch in Holland befinden und auf dem Weg nach Deutschland sind", so der Hafenkapitän.

Zudem geht er davon aus, dass Fracht- und Passagierschiffe die sich in deutschen Gewässern befinden, zuvor bereits andere europäische Häfen angelaufen haben. "Dort wird die Ladung schon gereinigt und alles für eine gefahrlose Weiterfahrt vorbereitet", sagt er. Und sollte ein kontaminierter Frachter tatsächlich den Rostocker Seehafen anlaufen, werde das Schiff sofort von Fachkräften mit Chemikalien und Wasser gesäubert und gelüftet. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gibt dann vor, mit welchen Schritten die Sicherheit im Hafen wieder hergestellt werden könne, so Ruhnke. Unterdessen macht sich das Hafenpersonal in Rostock noch keine Gedanken über eine drohende radioaktive Verstrahlung. "Die Hafenarbeiter wissen, dass sie bisher in keiner Weise davon betroffen sind", sagt er. Aber ihnen sei bewusst, dass eine Gefahr durch Radioaktivität niemals auszuschließen ist.

In Hamburg steigt dagegen die Nervosität. Dort bereiten sich Hafenbetreiber und Reeder auf einlaufende verstrahlte Schiffe aus Japan vor. Die Hafenbehörde erarbeitet derzeit zusammen mit dem Zoll und der Hamburger Innenbehörde einen Notfallplan, wie mit den betroffenen Schiffen umzugehen ist. "Das wird sehr kompliziert, und es gibt noch keine Lösung", erklärt Erik van der Noordaa, Chef der Schiffsprüfungsgesellschaft Germanischer Lloyd. Hamburg fordert unterdessen, dass europaweite Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Schiffen und Containern festgelegt werden. Da bisher keine kontaminierten Schiffe in den Hafen eingelaufen seien, besitze die Hansestadt keine Erfahrung, so ein Sprecher der Hamburger Innenbehörde. Die Bremischen Häfen halten Kontrollmessungen für sinnvoll, auch wenn dort auch noch kein verstrahltes Schiff angekommen sei, so Bremens Hafensenator Martin Günther.

"In Rostock sind bereits seit mehreren Jahren keine Schiffe aus dem Pazifik oder direkt aus Japan gekommen", sagt Hafenkapitän Ruhnke. Einzig ein Kreuzfahrtschiff unter japanischer Flagge habe vor zwei Jahren in Warnemünde festgemacht.

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