Sascha Gluth inszeniert künftig die Festspiele in Ralswiek : Störtebeker wird Regisseur

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Sascha Gluth (r.) ddp

Derzeit wird er jeden Abend auf der Freilichtbühne in Ralswiek "geköpft". Doch im nächsten Sommer wird der Piratenhauptmann der Störtebeker-Festspiele Sascha Gluth Regisseur des Open-Air-Spektakels.

svz.de von
16. Juli 2012, 07:46 Uhr

Rügen | Derzeit wird er noch jeden Abend auf der Freilichtbühne in Ralswiek "geköpft". Doch schon im nächsten Sommer bricht der Piratenhauptmann der Störtebeker-Festspiele auf der Insel Rügen zu einem ganz anderen Abenteuer auf: Dann übernimmt Sascha Gluth die Regie des erfolgreichsten Open-Air-Spektakels Deutschlands. Nach elf Jahren als legendärer Klaus Störtebekers wird Gluth zum Abschluss des Saisonstücks "Störtebekers Tod" am 8. September seinen vorerst letzten Auftritt auf der 8500 Zuschauer fassenden Tribüne als Schauspieler haben.

"Sascha ist der richtige Mann für uns", verkündete die Geschäftsführung gestern überraschend in Ralswiek. Er kenne die Bühne, die Gegebenheiten und die Festspiele ganz genau und bringe alles mit, was man von einem Regisseur erwarte, sagte Festivalsprecherin Anna-Theresa Hick. Das privat geführte Erfolgsprojekt von Intendant Peter Hick und Geschäftsführerin Ruth Hick steht somit 2013 vor vielen Neuerungen.

Gluth, der schon seit sechs Jahren als Regieassistent erste Erfahrungen als Mann hinter den Kulissen sammelt, sagte, er freue sich über das in ihn gesetzte Vertrauen. "Es wird spannend, nicht mehr nur der Figur des Helden Leben einzuhauchen, sondern die gesamte spannende Geschichte zu entwickeln und zu inszenieren."

Sein Regiedebüt gibt er im Sommer 2013 mit dem neuen Seefahrer-Spektakel "Beginn einer Legende". Der 42-Jährige gebürtige Karlsburger war vor elf Jahren in die Spuren des ersten Störtebeker-Darstellers Norbert Braun getreten und auf Anhieb Publikumsliebling in Ralswiek geworden. Auf der Bühne lernte er seine spätere Frau Julia Horvath kennen, die in diesem Sommer Störtis Mareike verkörpert. Vor seinen Piratenabenteuern war Gluth unter anderem an Bühnen in Magdeburg, Dresden und Rostock engagiert, wo er auch als Regieassistent arbeitete. Im vergangenen Jahr spielte er in Hamburg den Gangsterboss Dolan in "Revolver im Klavier".

Nun muss Gluth unter Beweis stellen, auch für ein Open-Air-Projekt mit über 150 Haupt- und Laiendarstellern und einem Etat von fünf Millionen Euro das richtige Händchen zu haben. Dass dies kein Selbstläufer ist, hatte erst kürzlich der Regie-Wechsel auf Rügen gezeigt. Da musste der langjährige Störtebeker-Regisseur Holger Mahlich nur zwei Wochen vor der Premiere das Zepter übernehmen, weil es zuvor gravierende künstlerische Unstimmigkeiten mit dem gerade erst auf die Insel geholten Regisseur Krystian Martinek gegeben hatte. Mahlich sagte später, er habe in einem künstlerischen Gewaltakt das aus dem Ruder gelaufene Freibeuter-Skript noch einmal umgeschrieben, Haupt- und Nebenstränge der Handlung geordnet und das verunsicherte Ensemble wieder auf Kurs gebracht.

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