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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 02:21 Uhr

Biestow : Störche warten auf Web-Auftritt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Biestower Verein muss Nest-Kamera vorerst abbauen

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2017 | 06:00 Uhr

Es sollte ein Pilotprojekt in der Hansestadt werden, das Beobachtern in aller Welt zeigt, wie wohl sich die Weißstörche im naturnahen Stadtteil Biestow fühlen. Am Sonnabend konnten die Mitglieder des Vereins „Leben in Biestow“ nach langer Vorbereitung eine Web-Kamera an dem seit Jahren bewohnten Nest neben der Dorfkirche installieren. Doch die Freude währte nur kurz, als während des Endspurts der Installation klar wurde: Das Ding muss wieder weg.

Obwohl Anwohner und Grundstücksbesitzer dem Projekt erst bereitwillig zugestimmt hatten, kamen dann doch Zweifel auf: „Wir mussten die Kamera wieder abbauen“, sagt der Vereinsvorsitzende Klaus-Peter Müller sichtlich enttäuscht. Die Biestower Aktivisten hatten sich viel von dem Projekt erhofft. „Wir wollen zeigen, dass die Störche immer wieder hierher kommen – ein Zeichen für die intakte Natur der Gegend“, so Müller. Seit sieben Jahren beziehe immer dasselbe Pärchen das Nest an der Biestower Dorfkirche – laut Müller das einzige von dreien in ganz Rostock neben zwei weiteren im Zoo. Und der Bruterfolg gibt den Aktivisten Recht: „Im letzten Jahr haben sie fünf Jungtiere ausgebrütet und drei durchgebracht“, sagt Müller – ein guter Schnitt für die bedrohten Tiere.

Mit der Aktion wollen die Mitglieder des Vereins „Leben in Biestow“ wie Christiane Müller und Wolfgang Beutin zeigen, dass der naturbelassene Stadtteil Rostocks Lebensraum für viele bedrohte Tierarten bildet.
Mit der Aktion wollen die Mitglieder des Vereins „Leben in Biestow“ wie Christiane Müller und Wolfgang Beutin zeigen, dass der naturbelassene Stadtteil Rostocks Lebensraum für viele bedrohte Tierarten bildet. Foto: Katrin Zimmer
 

Für die Webcam-Aktion hatten die Vereinsmitglieder sich eng mit Prof. Stefan Kroll, dem Storchenbeauftragen von Hansestadt und Landkreis, abgesprochen. Der habe laut Müller keine Zweifel gehabt, dass die Vögel die Konstruktion problemlos annehmen und weiterhin in Biestow nisten und brüten würden. Sogar einen Fördermittelbescheid von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung hatte der Verein kurz vor Weihnachten bekommen, um das 3500 Euro schwere Projekt überhaupt zu stemmen. Mit einem Hubwagen der Firma EAS hatten der Biestower Frank Stich und Elektroinstallateur Maik Kirschnick gerade alle verzinkten Stahlträger und die energiespendenden Solarzellen angebracht sowie die Kamera optimal auf das Storchennest ausgerichtet, als die Anlieger plötzlich die Aktion abbrachen – und das am 11. Storchentag des Landes MV. „Wir wollen jetzt Anfang der Woche noch einmal zusammenkommen und sehen, wie wir verbleiben“, resümiert Biestower Aktivist Klaus-Peter Müller.

>> Verein und Projekt im Internet: www.biestow-info.de

 

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