Doppeldemo : Stiller Protest rund ums Theater

Licht an vor dem Volkstheater: Bürger setzen ein Zeichen gegen Landespolitik. Fotos: Geos
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Licht an vor dem Volkstheater: Bürger setzen ein Zeichen gegen Landespolitik. Fotos: Geos

Schausteller knipsen für Erhalt an der Fischerbastion das Licht aus – Förderverein setzt Zeichen gegen Kulturpolitik des Landes

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13. Dezember 2014, 09:00 Uhr

Punkt 17 Uhr erlischt das Licht, die fröhliche Musik verstummt und auch Fahrgeschäfte halten für einige Minuten inne: Mit dieser symbolischen Aktion haben gestern die Rostocker Schausteller ihrer Forderung nach dem Erhalt des Weihnachtsmarktes am Standort Bussebart/Fischerbastion Nachdruck verliehen.

„Möchten Sie den Weihnachtmarkt so erleben wie jetzt?“, wandte sich Weihnachtsmann Falk Petersen mit eindrücklicher Stimme an die Besucher. Er mahnte zudem die schwerwiegenden Konsequenzen an, sollte der traditionelle Standort an der Fischerbastion dem Theaterneubau zum Opfer fallen.

„Meine Existenz und die meiner Kollegen ist bedroht“, sagt Lothar Welte, der seit 1991 den Autoscooter am Bussebart betreibt. „Das Schlimmste ist aber, dass der Rostocker Weihnachtsmarkt sein Alleinstellungsmerkmal verlieren würde“, fügt der 56-Jährige an. Um dies zu verhindern, sammeln die Rostocker Schausteller seit einigen Tagen Unterschriften für den Erhalt ihres Traditionsstandortes. „Wir hoffen dabei auf die Unterstützung vieler Besucher“, appelliert Lothar Welte mit Nachdruck.

Während das Licht auf dem Weihnachtsmarkt für wenige Minuten erlosch, ging es einige hundert Meter weiter, vor dem Großen Haus des Volkstheaters, wieder an. Mit einer Lichterkette und zahlreichen entzündeten Kerzen protestierte hier der Theaterförderverein gemeinsam mit rund 100 Rostockern gegen die Kulturpolitik des Landes. „Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die Landespolitik, die die Theater seit Jahren unter starken Druck setzt und selbst die Anpassungsleistungen der Häuser nicht honoriert“, formuliert Antje Jonas, Vorsitzende des Theaterfördervereins, ihre Kritik. Ihren Rostocker Kollegen gleich taten es die Häuser in Stralsund, Greifswald, Neustrelitz und Neubrandenburg, die sich ebenfalls mit Lichterketten schützend vor ihre Theater stellten. „Wir sind dankbar, dass die Bürger zu ihrem Theater stehen, aber auch traurig, dass dieser Schritt nötig ist“, so Jonas.

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