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Nach havarie auf der Hanse Sail Rostock : „Stettin“-Unfall sorgt für politischen Streit um Traditionsschiffe

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Der historische Dampfeisbrecher „Stettin“ ist nach dem Zusammenstoß mit einer finnischen Fähre am Samstag nicht mehr fahrbereit.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2017 | 13:29 Uhr

In den Streit zwischen Traditionsschiffern und dem CSU-geführten Bundesverkehrsministerium um eine neue Sicherheitsverordnung hat sich der Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU) eingeschaltet. Der MV-Landesgruppen-Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag bekräftigte am Montag die geplanten Verschärfungen, mit der die Sicherheitsstandards der teils mehr als 100 Jahre alten Schiffe an die Maßstäbe der Berufsschifffahrt angepasst werden sollen.

Anlass war ein Unfall zwischen dem historischen Hamburger Dampfeisbrecher „Stettin“ und einer Fähre während der Hanse Sail am Samstag in Rostock, bei dem laut Polizei zehn Menschen an Bord der „Stettin“ leicht verletzt wurden. Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Der historische Dampfeisbrecher ist nicht mehr fahrbereit.

„Der Unfall zeigt, dass auch bei der Traditionsschifffahrt die Sicherheit gewährleistet werden muss“, sagte Rehberg. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn in der aktuellen Debatte um die Sicherheitsstandards von übermäßiger Bürokratie gesprochen werde.

Zuvor hatte sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der Eröffnung der Hanse Sail hinter die Traditionsschiffer gestellt.

Deren Dachverband GSHW geht davon aus, dass durch die geplante Verordnung etwa 90 Prozent der 110 deutschen Traditionsschiffe betroffen wäre. 60 bis 70 Prozent könnten den Angaben zufolge in ihrer Existenz bedroht werden. Grund dafür seien etwa teure Umbauten, die teils die Tragfähigkeit und Stabilität der Schiffe überfordern würden - etwa, weil sie dann 100 Meter lange Ankerketten mitführen müssten - und teure Zertifikate für die häufig ehrenamtlichen Aktiven.

„Das Betonen der Sicherheit ist natürlich völlig richtig, allerdings wäre der Unfall auch mit der neuen Richtlinie nicht verhindert worden“, sagte GSHW-Vize Nikolaus Kern. Die neue Verordnung sei ein „Geburtsfehler“, der weder für mehr Sicherheit an Bord sorge, noch das Weiterbestehen der Traditionsschifffahrt sichere, sagte Kern. Bis die Ermittlungen der BSU zur Unfallursache abgeschlossen sind, verbiete sich jede Spekulation.

 

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