Ruder-EM : Stephan Krüger ist Europameister

Freude über den Europameister-Titel: Stephan Krüger vom Olympischen Ruder-Club Rostock (links) und sein Magdeburger Partner Marcel Hacker.
Freude über den Europameister-Titel: Stephan Krüger vom Olympischen Ruder-Club Rostock (links) und sein Magdeburger Partner Marcel Hacker.

Zweimal Gold und einmal Silber: Besser hätte für das Ruder-Quartett aus MV die EM in Poznan nicht enden können.

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01. Juni 2015, 08:00 Uhr

Viel besser hätte es für das Ruder-Quartett aus Mecklenburg-Vorpommern und Coach Meinhard Rahn bei den Europameisterschaften in Poznan nicht enden können: zweimal EM-Titel und einmal Silber! Marie-Louise Dräger vom Olympischen RC Rostock rundete gemeinsam mit der Brandenburger Newcomerin Ronja Fini Sturm im leichten Doppelzweier der Frauen ein vielbeachtetes Comeback mit Rang zwei ab. Das deutsche Duo musste nur den starken Britinnen den Vortritt lassen.

„Ich wollte Marcel nicht enttäuschen“

„Nach den Siegen im Vorlauf und Halbfinale waren die Anspannung und der Respekt vor der Aufgabe schon immens groß. Den Start-Ziel-Sieg des Teams Großbritannien konnten wir heute nicht verhindern. Am Ende haben wir uns heftig gewehrt und die Attacken der Polinnen perfekt gekontert“, freute sich die 34-jährige Sportpolizistin über EM-Silber auf der gleichen Rennstrecke, auf der es für sie 2009 nur zu „Holz“ reichte.

Gute Erinnerungen an den Malta-See hatte Stephan Krüger (ORC), denn ebenfalls bei den Weltmeisterschaften 2009 holte er mit dem Berliner Eric Knittel den Titel im Doppelzweier. Jetzt bildet er zusammen mit dem Magdeburger Marcel Hacker in der gleichen Bootsklasse ein Team, ist in Deutschland die Nummer eins und seit gestern auch
Europameister. Im Duell um Gold waren nicht die Norweger, die wie Krüger/Hacker ein Halbfinale gewannen, die härtesten Rivalen, sondern die kampfstarken Franzosen. Sie wurden Zweiter vor den fast unbekannten Ukrainern.

„Was wir uns vorgenommen hatten, ist nahezu hundertprozentig umgesetzt worden. Marcel erwischte einen bärenstarken Tag, und ich wollte ihn nicht enttäuschen“, fasste der Rostocker die 6:09,320 Renn-Minuten zusammen. Knapp zwei Sekunden Vorsprung retteten Stephan und Marcel ins Ziel, holten den zweiten Titel für den Deutschen Ruderverband (DRV) nach dem Doppelvierer der Frauen.

Julia Wärmer & Co. starker Vierter

Auch in den Flaggschiffen des DRV lief es. Schon die Frauen mit Julia Wärmer vom Rostocker Ruder-Club an Bord überraschten. Die Crew von Bundestrainer Thomas Affeldt konnte zwar EM-Bronze aus dem Vorjahr nicht verteidigen, aber Vierter noch vor Großbritannien – darauf hätten nur die kühnsten Optimisten zu wetten gewagt. Einen Überraschungssieg gab es für Russland, das auch bei den Männern für Furore sorgte. „Die kann man einfach nicht einschätzen, und daher ist es
unbequem, gegen die Jungs zu rudern“, hatte Hannes Ocik, der Schweriner Schlagmann im Deutschland-Achter, von vornherein mit einem spannenden Rennverlauf gerechnet. Und er behielt Recht: Bis zur 1000-Meter-Marke, der Hälfte der Distanz, lagen die Russen, Briten und das deutsche Team von Erfolgscoach Ralf Holtmeyer, nur durch den Durchmesser eines Bugballs voneinander getrennt, gleichauf. Nichts für schwache Nerven. Doch der Ex-Rostocker Felix Drahotta & Co. hatten gestern einen perfekten Tag. „Der Zwischenspurt war die Wende im Rennen. Wir verschafften uns eine gute halbe Bootslänge Luft und brachten den Vorsprung ungefährdet in Ziel“, freute sich Hannes Ocik über seinen zweiten Europameister-Titel nach 2013.

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