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"Stephan Jantzen" immer noch am Kai: Droht jetzt die Pfändung?

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erstellt am 24.Okt.2012 | 07:26 Uhr

Stadtmitte | Sie dümpelt immer noch am Kai herum: Nun werden die Liegeplatz-Kosten für die "Stephan Jantzen" zum Problem. Monatlich sind zwischen 1100 und 1200 Euro fällig. "Das ist bereits ein ermäßigter Preis für Traditionsschiffe", sagt Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Um den Eisbrecher gibt es seit Monaten Hick-Hack, nachdem der bisherige Betreiber-Verein Interessengemeinschaft Eisbrecher "Stephan Jantzen" von Bord geschickt wurde.

Dem jetzigen Betreiber Kai Gunther Lehmann sind die Liegeplatzkosten zu hoch. Er würde am liebsten gar keine Gebühren zahlen. Er steht derzeit eigenen Angaben zufolge mit der Stadt in Verhandlungen. Ruhnke sagt: "Umsonst gibt es den Liegeplatz nicht. Herr Lehmann hat das gleiche Angebot bekommen wie auch der bisherige Betreiberverein." Ein Vertrag könne nur abgeschlossen werden, wenn auch bestimmte Versicherungen vorgewiesen werden können. Nötig seien Ruhnke zufolge eine Flusskasko-Versicherung, die etwa für Schäden bei Schifffahrtsunfällen aufkommt, und ein Schwimmzertifikat. Wenn an Bord des Eisbrechers Personenverkehr herrscht, sei zudem eine Haftpflichtversicherung nötig. Wenn Lehmann das Geld nicht aufbringt, drohen ihm und der "Stephan Jantzen" schwerwiegende Konsequenzen. "Ich gehe derzeit davon aus, dass die monatlichen Rechnungen beglichen werden. Doch passiert das nicht, muss das Schiff den Hafen verlassen. Schlimmstenfalls droht eine Pfändung", so Ruhnke.

Auch über die Kostenfrage hinaus gibt es Probleme auf dem Eisbrecher. Unklar ist, wem er eigentlich gehört und wie er in Zukunft eingesetzt werden soll. Im Juli meldete sich Lehmann ein erstes Mal als neuer Kapitän zu Wort. Damals wollte er das Schiff noch in eine Werft bringen, um es als Traditionsschiff im Ostseeraum und als Botschafter einer Umweltorganisation einzusetzen. Nun hat er andere Pläne: "Wir würden den Eisbrecher gern in Rostock liegen lassen und darauf einen Imbiss betreiben und Führungen anbieten." So wolle er die Kosten abdecken.

Im Juli 2009 wurde die "Stephan Jantzen" von Stralsund nach Rostock überführt. Daraufhin betrieb die Interessengemeinschaft das Schiff im Stadthafen drei Jahre lang und zahlte der Stadt Ruhnke zufolge regelmäßig die Liegeplatzgebühren. Im Juli schickte der US-amerikanische Schiffseigner Paolo Zampolli den Rostocker Verein überraschend von Bord. Er gab an, das Schiff für eigene Zwecke verwenden zu wollen. Sein Plan sei es Lehmann zufolge gewesen, den Eisbrecher zu einem Luxuspassagierschiff für Polarexpeditionen umzubauen. "Ich habe ihm bei der Planung geholfen", so Lehmann.

Trotzdem erhebt Lehmann nun schwere Vorwürfe gegen Zampolli. Früher hätten die beiden den Eisbrecher gemeinsam betrieben. Doch dann hätte ihn Zampolli ohne sein Wissen aus Stralsund weggeschleppt. "Ich habe Unternehmerpfandrecht", sagt Lehmann. Darum machte er Forderungen gegenüber Zampolli geltend, denen er nicht nachgekommen sei. Deshalb sei der Eisbrecher im Einvernehmen mit Zampolli in den Besitz von Lehmann übergegangen.

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