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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 23:29 Uhr

Medizin : Stent hilft gegen Grünen Star

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Warnemünder Forschungseinrichtung tüftelt an einer Art Ventil, das den Augeninnendruck senken soll #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Manchmal sind es nur winzige Teile, die eine große Wirkung haben und Menschen helfen können. An einer solchen Neuheit tüftelt Stefan Siewert vom Institut für Implantattechnologie und Biomaterialien (IIB) in Warnemünde. Die Erfindung, die im Team um IIB-Direktor Prof. Klaus-Peter Schmitz und Prof. Rudolf Guthoff, Leiter einer Forschergruppe der Universitätsaugenklinik, entstand, richtet sich nach Fertigstellung an Patienten mit einem zu hohen Augeninnendruck. Ein solcher birgt dauerhaft die Gefahr, dass die Betroffenen am Grünen Star – dem so genannten Glaukom – erkranken und deshalb später auch erblinden können.

„Es gibt aktuell bereits sehr effektive Therapieverfahren“, weiß Siewert. Derzeit wird der Augeninnendruck oft medikamentös gesenkt. Ein Implantat zur Glaukomtherapie soll die Behandlung für die Betroffenen vereinfachen. Es wird ein Glaukomstent entwickelt, der mit einer minimalinvasiven Methode eingesetzt werden soll. Das ist ein schonendes Mikro-Chirurgie-Verfahren, das keinen großen Schnitt erfordert. „Der Schnitt ist nur einen Millimeter groß“, erklärt Ingenieur Siewert. Beim Einsetzen hilft ein Applikatorsystem. „Der Stent besitzt ein Ventil, das sich öffnet, wenn der Druck im Auge zu hoch wird“, erklärt er. Wichtig ist, dass das Ventil des Stents weder verstopft noch zuwächst. Der Stent soll mit einem Medikament beschichtet werden und über eine lange Lebensdauer verfügen. Dies trägt zur Steigerung der Lebensqualität der oft älteren Patienten bei.

Am IIB werden Prototypen des Glaukomstents sowie eines Applikatorsystems entwickelt. Hierzu kommen auch 3D-Druck-Technologien zum Einsatz. Momentan befinden sich die entwickelten Glaukomstents in der vorklinischen Erprobung. Es wurden bereits mehrere nationale und internationale Patente zu dem Implantat angemeldet. Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie soll zukünftig ein Produkt entwickelt werden, das den Patienten zugutekommt. Das dauert und ist ein Prozess, der sich über Jahre hinzieht. Siewert tüftelt bereits seit sieben Jahren an dem Glaukomstent, bis zum Einsatz am Patienten werden noch einige weitere Jahre erforderlich sein.

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