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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 12:06 Uhr

Stena nimmt in Rostock Fahrt auf

vom

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2012 | 10:03 Uhr

Rostock | Am Schweden-Terminal im Rostocker Seehafen läuft am Montagnachmittag die Beladung der Stena-Fähre "Skåne" für die 15-Uhr-Abfahrt nach Schweden auf Hochtouren. Lastzüge rollen zu den Vorstellflächen und von hier über die Rampe auf die Ladedecks der Fähre. Ein Bus bringt Passagiere zur Gangway. Im Fährcenter buchen verspätete Trucker noch für die Abfahrt, erkundigen sich nach Anschlüssen und Dienstleistungen. Franziska Stephan, Laura Kröplin und Eric Milinski in der Abfertigung der Stena-Line für Fracht und Passagiere haben alle Hände voll zu tun, bevor die Fähre die Leinen losmacht und Kurs auf Trelleborg nimmt.

Erst am vergangenen Mittwoch zur 15-Uhr-Abfahrt haben sie ihren eigenen Servicebereich im Fährcenter aus der Taufe gehoben. Er wurde praktisch vom bisherigen Scandlines-Bereich abgeteilt, ist nun aber gesondert von außen zugänglich. "Wir sind sehr zufrieden, was die Bauleute und Logistiker von der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock unter Hochdruck aus dem Boden gestampft haben. Die Leute um Uwe Baeßgen verdienen ein dickes Lob", sagt Gerald Lefold, Geschäftsführer der Stena-Line GmbH & Co KG, einer hundertprozentigen Tochter der in Göteborg ansässigen Stena-Reederei.

Mehr als ein Notnagel für die Bahn

Zwölf Mitarbeiter sind in der Abfertigung unter Regie von Christian Göpel tätig. Der einstige Erste Offizier der "Sassnitz" ist als Terminalleiter zudem für die elf Stena-Mitarbeiter im Check-in des Sassnitzer Fährhafens zuständig. Für den eigenständigen Service, den bis dahin Scandlines in Kooperation besorgte und der in der Flotte bis Ende Dezember für den Übergang noch mit im Boot ist, standen sie gleich vor großen Herausforderungen. Zwar rekrutiert sich der Mitarbeiterstamm zur Hälfte aus einstigen Scandlines-Leuten, auf die neue Aufgabe mit dem neuen Stena-Buchungssystem galt es sich aber erst einzustellen. Wegen eines Bahnunfalls auf der Transitstrecke Hamburg-Malmö hatte das Team zudem eine unerwartete Feuerprobe zu meistern. Zwischen Padberg und Fredericia war ein Güterzug entgleist, mehrere Kilometer Gleis waren zu ersetzen. Personenzüge wurden wegen der Streckensperrung durch Busse ersetzt. Die Deutsche Bahn leitete die Güterzüge auf die Ostseefähren in Sassnitz und Rostock um.

Das wurde gemeistert, wenn auch einige Verspätungen nicht zu vermeiden waren, kann Lefold konstatieren. "Wir wollen für die Bahn aber nicht nur Notnagel sein", meint der Manager. Schließlich halte man die Infrastruktur auf den Fähren vor, erwarte von der Bahn dafür auch entsprechende Planungssicherheit. Die trajektierten Güterwaggons sind in den vergangenen zehn Jahren von etwa 60 000 auf nur noch etwa 25 000 Einheiten zurückgegangen. In Rostock waren es zuletzt nur noch 3000 Waggons, die mit den Fähren zu transportieren waren. Gespräche mit der Bahn sollen nun Aufschluss darüber geben, wie es künftig weitergeht.

In der verkehrsarmen Zeit werden die Fähren im Januar nacheinander ihren neuen Anstrich mit dem Stena-Logo erhalten. Es beginnt mit der "Skåne" voraussichtlich bereits Ende Dezember. In späteren Werftzeiten sollen bis zur Saison auf der "MeckPom" und der "Sassnitz" auch Teppiche und Mobiliar aufgefrischt werden. Die 22 Mitarbeiter der Verwaltung ziehen am Wochenende vom Südtor ins Obergeschoss des Centers Ost-West-Straße 35 um, wo bereits Finnlines etabliert ist. Am Montag hat Gerald Lefold die Büros von der Hero übernommen, am nächsten Mittwoch will seine Crew hier arbeitsfähig sein. Dazu gehören auch eigene Marketing- und Vertriebsmitarbeiter.

Deren Leiter sitzt allerdings in Kiel in der Betriebsstätte der Stena-Line AB Göteborg, die den gesamten Kontinent von der Irischen See bis nach Sassnitz im Blickfeld hat. Von Rostock aus werden auch die Baltischen Linien von Travemünde gen Ventspils und Liepaja mit den Charterschiffen "Ask", "Urd" und "Watling Street" geführt. Hier sind weiter wachsende Transporte zu verzeichnen. Im Schwedenverkehr wurden nach 2011 auch 2012 noch nicht die gewünschten Zuwächse erzielt. Spätestens 2014 soll es auch hier aber wieder aufwärts gehen, hofft Gerald Lefold. Dabei setzt er auf Verbindungen bis hin zur Adria, den Ausbau des kombinierten Verkehrs in Rostock und eben auch auf verbindliche Aufgabenstellungen durch die Deutsche Bahn.

Über Berlin hinaus besser bekannt machen

Er ist neben drei Schweden Geschäftsführer der Stena-Tochter in Rostock. Der gebürtige Rügener ist ein "Urgestein" im Management der Fährschifffahrt. Nach seinem Studium der Schiffstechnik und Dienst bei der Marine in Rostock war er bereits 1991 im Fährschiffamt Sassnitz der Deutschen Reichsbahn Geschäftsführer. 1992 kam er zur Deutschen Fährgesellschaft Ostsee (DFO) und 1998 zu Scandlines. Nach deren Verkauf des Schwedenverkehrs und der Baltischen Linien bringt er nun seine Erfahrungen in der schwedischen Stena-Line ein. "Wir haben gut zu tun, das Team findet sich zusammen, den Reedereinamen gilt es nun sowohl in Rostock und über Berlin hinaus noch besser bekannt zu machen", umreißt er einige der Hauptaufgaben. Die großen City-Light-Poster im Stadtbild Rostocks sollen nur ein Anfang gewesen sein.

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