Warnemünde : Stellplatz-Gerangel hält an

Von neuer Anwohnerparkregelung profitieren die Warnemünder, Arbeitnehmer fordern Alternativen

svz.de von
11. August 2016, 05:00 Uhr

Das Thema Parken bleibt ein Dauerbrenner im Ostseebad. Das wurde in der jüngsten Ortsbeiratssitzung von Warnemünde deutlich. Auch das bestätigte sich: Des einen Freud ist des anderen Leid. Das gilt für Regelungen zum Anwohnerparken, von denen bewusst die Warnemünder profitieren. „Wir haben das Bewohnerparken ausgedehnt“, erklärte Heiko Tiburtius, Leiter vom Amt für Verkehrsanlagen. „Es gibt Straßen, in denen es ausschließlich Bewohnerparken gibt, dann welche, wo zeitweise oder ständig gebührenpflichtig geparkt werden darf.“ Bei den Gebühren gilt das Zwiebelprinzip: Je dichter die Stellplätze im Ortskern und in Ostseenähe sind, um so teurer sind sie.

Der Wegfall von Parkflächen hat die Stellflächen verknappt für Arbeitnehmer wie die Lehrer der Ecolea-Schule und Mitarbeiter des Leibniz-Institutes für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). „Für uns Lehrer hat sich die Situation verschärft, wir würden von der Stadt gern eine Ausnahmeregelung erhalten“, sagt Ecolea-Lehrerin Dorit Osadzin. Für die Lehrer haben sich die Bedingungen verschlechtert. „Die meisten können nicht so hohe Stellplatzmieten bezahlen“, so Osadzin. Außerdem ist die Anbindung an den Nahverkehr aus dem Umland schlecht. „Die Zahl der Ausnahmeregelungen ist limitiert“, sagt Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU). Um beim Thema Parken Abhilfe zu schaffen, hat die Stadt das Parkhaus Molenfeuer mit 736 Stellplätzen genehmigt. „Das ist in einer Rekordzeit von dreieinhalb Monaten geschehen“, sagt Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Dadurch kann das Parkhaus in der Saison 2017 fertig sein. „Derzeit prüfen wir, ob im Weidenweg nahe des Kurbetriebes gegen einen Obolus Parkflächen für Mitarbeiter des IOW und der Ecolea-Schule entstehen können. Außerdem gibt es neben der Schule ein Gelände von einem städtischen Betrieb. Auch dort hat es Gespräche gegeben. Fahrradboxen nahe von Umsteigepunkten könnten auch entschärfen helfen.

Immer ein Tauzieh-Thema bleibt das Thema Parken unter den Dünen. Das stößt durch den Parksuchverkehr auf wenig Gegenliebe bei Warnemündern. „Wir wollen, dass die Tagesgäste nicht mehr alle in den Ort kommen, sondern ihre Autos in Randbereichen abstellen“, so Prechtel. Dazu muss das Thema Zubringer, Shuttle oder Fahrradboxen optimiert werden. „Derzeit wird geprüft, ob so ein Parkhaus kommen wird und wenn ja, ob es noch alternative Standorte zur Seestraße gibt“, sagt Tiburtius. Darüber soll in einer der nächsten Sitzungen informiert werden.

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