Neuer Lehrpfad in Fünfeichen : Stelen erinnern an Lageropfer

Neben Gräbern von jugoslawischen Opfern erinnert in Fünfeichen eine Metallstele an die Geschichte des NS-Kriegsgefangenen- und späteren stalinistischen Internierungslagers. dpa
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Neben Gräbern von jugoslawischen Opfern erinnert in Fünfeichen eine Metallstele an die Geschichte des NS-Kriegsgefangenen- und späteren stalinistischen Internierungslagers. dpa

An die Opfer des stalinistischen Speziallagers Nr. 9 und des vorherigen NS-Kriegsgefangenen- lagers in Fünfeichen soll künftig ein Lehrpfad mit Stelen erinnern. Zwei der sechs rostbraunen Metallstelen stehen bereits.

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25. April 2012, 09:57 Uhr

Neubrandenburg | An die Opfer des stalinistischen Speziallagers Nr. 9 und des vorherigen NS-Kriegsgefangenenlagers in Fünfeichen bei Neubrandenburg erinnert künftig ein Lehrpfad mit besonderen Metallstelen. "Zwei der insgesamt sechs Stelen sind bereits aufgestellt", sagte die Leiterin des Stadtarchivs Neubrandenburg, Eleonore Wolf. Die Stadt wolle an authentischen Orten an die spezifische Geschichte der betroffenen Menschen erinnern. Kommenden Sonntag gedenkt die Arbeitsgemeinschaft (AG) Fünfeichen der Opfer.

Auf den mehr als zwei Meter hohen, rostbraunen Metallstelen erklärten Bilder, Texte und Skizzen die Entstehung der Lager und die Folgen für die Häftlinge. Das übergreifende Motto dabei heißt "Spurensuche - Orte der Gewalt". Mehr als 10 000 Menschen verloren zwischen 1939 und 1948 in Fünfeichen ihr Leben. Die Stadt hat bereits drei weitere Lehrpfade an authentischen Orten installiert: Auf dem Gelände der DDR-Staatssicherheit, zum Gedenken an Zwangsarbeiter in der NS-Zeit und zu den Spuren jüdischen Lebens. Für die Zeit des stalinistischen Internierungslagers plant die AG Fünfeichen ein weiteres Filmprojekt. So werden speziell Frauen und Männer gesucht, die von Fünfeichen nach Sibirien deportiert wurden, um dies in einem neuen Film gesondert zu beleuchten, sagte Rita Lüdtke von der AG Fünfeichen.

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