Förderkultur : Steht der Mau-Club vor dem Aus?

Einsatz für die Förderung der Jugendkultur: Matthias Holtz, Thomas Fanter und Lena Brandt wollen nicht aufgeben.
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Einsatz für die Förderung der Jugendkultur: Matthias Holtz, Thomas Fanter und Lena Brandt wollen nicht aufgeben.

Hansestadt Rostock schlägt die Mittel für Mehrbedarf aus. Nun fehlt Geld für die Technik und das Personal.

Für den Betreiberverein des Rostocker Mau-Clubs, Zabrik, wird es eng. Einem im März beantragten Mehrbedarf von 43 000 Euro für dieses Jahr gibt die Stadt nicht statt. Das ist einer Stellungnahme des Oberbürgermeisters zur freien Kulturförderung zu entnehmen.

„Das bringt uns in arge Schwierigkeiten“, sagt Matthias Holtz (40) vom Vorstand. Jetzt laufen jede Menge Kosten auf – zum Beispiel für Reparaturen, neue Technik und Personal und damit auch für die eigentliche Arbeit. Der Verein organisiert nicht nur Auftritte von Livebands und Partys. „In erster Linie ist es unser Auftrag, die Jugend zu fördern“, sagt Booker Thomas Fanter. Rund 900 Neun- bis 28-Jährige nehmen jährlich an Workshops zu Ton, Licht oder dem DJing im Mau teil. Es gibt Bandprojekte, Künstleraustausch, Musikunterricht. 50 lokale und regionale Bands treten jährlich im Mau auf. Die Ticketpreise für die meisten Konzerte werden bewusst moderat gehalten, um jungen Menschen den Eintritt zu ermöglichen. Jetzt steht der Vorstand vor dem Problem, das weiter finanzieren zu müssen. Schon im letzten Jahr war ein Engpass aufgelaufen. Die Gema-Gebühren waren gestiegen, eine neue Traverse fällig und Reparaturen der völlig veralteten Sanitäranlage, die der Vermieter noch nicht repariert hat. 36 200 Euro Minus hatte die Stadt zur großen Freude des Vereins im letzten Dezember für 2013 ausgeglichen. „Das haben wir als gutes Zeichen gedeutet“, sagt Lena Brandt (28) vom Vorstand. Die Kosten seien in diesem Jahr eben ähnlich hoch. Das Kulturamt hatte schon im vergangenen November angekündigt, dass es einen Mehrbedarf für 2014 sehe, so Holtz. 144 000 Euro freie Kulturförderung bekommt Zabrik jährlich von der Stadt. Allein 115 000 Euro schlagen für Betriebskosten und Miete zu Buche. Die Miete geht an den städtischen Eigenbetrieb für Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung. 136 000 Euro zahlt der Verein jährlich für Personal – eine volle, drei Teilzeitstellen und Honorarkräfte wie Workshopleiter. „Unser Geschäftsführer läuft auf 30 Stunden, mehr können wir uns nicht leisten“, sagt Lena Brandt. Rund 220 000 Euro fallen für Gagen, Catering und Unterkünfte der Musiker, Versicherung oder auch Gema an. Dem gegenüber stehen die Einnahmen aus Konzerten und Vermietung für Veranstaltungen.

Unterm Strich kommt auch in diesem Jahr ein Minus von rund 40 000 Euro heraus. Über die Einnahmen, sagt der Vorstand, kommen sie nicht aus dem Minus. Die Gagen der großen Künstler kosten Geld, das nicht da ist. Die anderen vier Einrichtungen, die mehr beantragt haben, bekommen ihr Geld. „Und wir gönnen es ihnen“, betont Lena Brandt. „Aber wir wollen eben auch arbeiten können. Und wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben.“ Der Verein will auf die Stadt zugehen. Im Fördertopf für die freie Kultur sei auch noch Geld.

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