Kinderbetreuung : Startschuss für Rostocks erste 24-Stunden-Kita

Zeigten ein Programm auf Deutsch und Spanisch, weil Erzieherin Yohanka beide Sprachen in den Kita-Alltag integriert (v. l.): Nike, Felix, Greta, Felix, Uagi, Lenny, Marlon und Lara.  Fotos: Claudia Labude-Gericke
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Zeigten ein Programm auf Deutsch und Spanisch, weil Erzieherin Yohanka beide Sprachen in den Kita-Alltag integriert (v. l.): Nike, Felix, Greta, Felix, Uagi, Lenny, Marlon und Lara. Fotos: Claudia Labude-Gericke

GGP mit neuem Betreuungsangebot in der Kita Humperdinckstraße. Für dieses Jahr noch 12 Plätze frei.

svz.de von
04. August 2016, 08:00 Uhr

Ob Mitarbeiter der Polizei, von Kliniken, der Gastronomie, Hotellerie oder Schifffahrt – ein dauerhafter Schichtdienst ist schwer mit der Betreuung von Kindern vereinbar. In Rostock will die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP) da Abhilfe schaffen. Gestern wurde an der Kita Humperdinckstraße offiziell der Startschuss für den 24-Stunden-Betrieb gegeben.

Es war der Personalrat der Rostocker Polizeiinspektion, der 2011 an die GGP herantrat und nach der Möglichkeit einer Kinderbetreuung fragte, die über die regulären Öffnungszeiten hinausgeht. Doch bis zum Start sollten fünf Jahre vergehen. „Natürlich gab es zwischendurch Zeiten, in denen wir nicht sicher waren, ob es noch dazu kommt. Aber wir wussten ja, dass wir die Einrichtung auch gut als reguläre Kita betreiben können“, sagt Ines Rosenfeld, die bei der GGP den Bereich Kindertagesstätten und Hort leitet. Umso glücklicher wären alle Beteiligten, dass es nun doch geklappt hat – gegen Widerstände von Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke), der bezüglich einer 24-Stunden-Kita auch das Argument der Kindeswohlgefährdung ins Feld führte. „Ich halte das für abwegig“, sagte gestern Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) beim Rundgang durch die Kita. „Entscheidend für das Kindeswohl ist ein gutes pädagogisches Konzept – und das gibt es hier“, erklärte der Landesvater.

Durch den immer wieder aufgetretenen Zeitverzug bis zum Betreuungsstart gibt es laut GGP-Projektleiter Wolfgang Richter noch keinen konkreten Vertragsabschluss mit Eltern – aber zahlreiche Nachfragen und Gespräche. Aktuell würden zwölf Plätze angeboten. Ziel sei es, die gesamten 130 Plätze, die derzeit von Regelplatz-Kindern belegt sind, sukzessive umzuwandeln.

„Gute Kinderbetreuung ist keine Frage der Zeiten“, sagte gestern Dr. Ralf Kleindiek. Die Nachfrage sei da, deshalb wäre Rostocks erste 24-Stunden-Kita die fünfte von elf im Land geplanten mit diesem Angebot. Bundesweit sollen es mal 300 werden. Der Staatssekretär aus dem Bundesfamilienministerium hatte eine 600 000 Euro-Förderung im Gepäck. „Durch diesen Betriebskostenzuschuss, der auf drei Jahre ausgelegt ist, entstehen den Eltern keine Mehrkosten für die 24-Stunden-Plätze“, erklärte Wolfgang Richter. „Wir als Land können das derzeit nicht leisten, aber ich habe zugesagt, dass wir für dieses Projekt langfristig Partner sind“, so Sellering. Das Land sei dabei zweifach in der Pflicht – auch als Arbeitgeber von Mitarbeitern im Schichtbetrieb. Denn Unternehmen, deren Mitarbeiter von dem besonderen Betreuungsangebot profitieren, müssten bei der Finanzierung der Plätze mit ins Boot geholt werden.

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