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Kreuzungsbau in Rostock : Startschuss für neue Brücke fällt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vorbereitende Erdarbeiten sind bereits erfolgt, ab September geht es an der Evershäger Kreuzung richtig los.

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 11:50 Uhr

Jetzt wird es ernst: Der von vielen Pendlern gefürchtete Ausbau der Kreuzung in Evershagen startet wie geplant im September. Am Freitag hat das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr den Zuschlag für den Bau einer neuen Brücke als erste Maßnahme erteilt. „In der 38. oder 39. Kalenderwoche geht es los – aber noch ohne dass es die Autofahrer stört“, erklärt Amtsleiter Ronald Normann.

Zuerst müsse die Baustelle eingerichtet werden. „Da wird es Umverlegungen und Behelfsstraßen geben und es werden Behelfsanbindungen gebaut“, so Normann. Er geht davon aus, dass Autofahrer die Bauarbeiten erst ab Anfang kommenden Jahres spürbar merken werden. Dann aber deutlich, denn während der gesamten Maßnahme, die bis Mitte 2019 andauern soll, wird es Tempo-30-Limits geben. Dafür bleiben alle Spuren erhalten. Vollsperrungen soll es lediglich an zwei bis drei Wochenenden in der Nacht geben.

Nach Abschluss des Ausbaus zu einer ampelfreien Kreuzung soll die Nord-Süd-Richtung vierspurig befahrbar sein, außerdem ein Kreisverkehr zur Entzerrung des Verkehrs an diesem Knoten beitragen, der in der Vergangenheit immer mit zu den Unfallschwerpunkten der Hansestadt zählte.

Doch bevor es an den Straßenbau geht, wird mit dem Neubau der Brücke über die Stadtautobahn begonnen, der auch zuerst europaweit ausgeschrieben worden war und teurer wird als veranschlagt. „Das haben wir schon geahnt, wir erleben das ja nicht zum ersten Mal. Schuld daran ist der Konjunkturhochlauf“, so Normann.

Rund drei Millionen Euro waren für die Brücke veranschlagt, nach der Ausschreibung stehen 700 000 Euro mehr auf der Rechnung. Die Rampen, die künftig den Verkehr nach Evershagen regeln sollen, wurden laut Amtsleiter in diesem ersten Schritt mit ausgeschrieben und sind ebenfalls 100 000 Euro teurer als die dafür veranschlagte halbe Million Euro. „Die Gesamtfinanzierung ist dennoch gesichert“, sagt Normann. Allen Beteiligten sei klar gewesen, dass die gute Auftragslage in der Baubranche die Kosten steigen lassen würde. Deshalb rechnet Ronald Normann bei der Ausschreibung der Straßenbaumaßnahmen noch einmal mit Mehrkosten. Insgesamt ist die Hansestadt Rostock mit 30 Prozent an der Gesamtbausumme, die vor Beginn der Ausschreibung bei rund acht Millionen Euro lag, beteiligt. Den Rest zahlt der Bund.

Aus Kostengründen und weil laut Verantwortlichen kein Bedarf dafür vorhanden sei, ist die ursprünglich ebenfalls geplante Fußgängerbrücke bereits gestrichen worden.

 

Kommentar “Der Preis des Wartens“ von Claudia Labude-Gericke

Des einen Freud, des anderen Mehrkosten: Weil die Baubranche derzeit boomt und übervolle Terminkalender hat, müssen die Auftraggeber tiefer in die Tasche greifen. Viele der Verantwortlichen rechnen bereits mit Mehrkosten und nehmen diese achselzuckend hin – obwohl wie im Fall der Evershäger Kreuzung 800 000 Euro zusätzlich nun wahrlich kein Pappenstil sind. Otto Normalverbraucher (und Steuerzahler) zuckt da vielleicht zusammen. Aber was wäre die Alternative? Zu warten, bis sich die Situation umkehrt und die Baufirmen mit Rabatten locken müssen, um Aufträge zu bekommen? Sicher nicht, denn keiner weiß, wann es dazu kommt. Und Maßnahmen wie die bauliche Entschärfung der Evershäger Unfallkreuzung dürfen nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Schließlich wird seit 2010 darüber geredet. Dass die Kosten in der Zeit gestiegen sind, ist der Preis, der für langes Warten nun eben schon zu zahlen ist.

 

 

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