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Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 21:50 Uhr

Bauprojekt : Startschuss für 24-Stunden-Kita

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung soll Eltern im Schichtdienst entlasten. Die Eröffnung der Einrichtung ist für September 2015 geplant.

von
erstellt am 30.Sep.2014 | 12:00 Uhr

24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr – der Spatenstich für die erste Rund-um-die-Uhr-Kindertagesstätte Rostocks wurde gestern in der Humperdinckstraße gesetzt. Schon im September des kommenden Jahres sollen dort die ersten Krippen- und Kita-Kinder auch über Nacht betreut werden.

Ins Rollen gebracht wurde das rund zwei Millionen Euro teure Projekt von der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP). Dabei sollte die Humperdinckstraße ursprünglich gar nicht als Standort für den Kita-Neubau ausgewählt werden. In den vergangenen vier Jahren hat sich die GGP insgesamt acht mögliche Alternativen angesehen. Doch keiner der Orte war geeignet. Die Anläufe scheiterten unter anderem an ungeklärten Eigentumsverhältnissen oder den jeweils gültigen Bebauungsplänen. Ad acta legen wollte die Gesellschaft ihre Idee für die 24-Stunden-Kita aber nicht. „Der Bedarf ist einfach da. Ob bei der Polizei, in der Gastronomie oder im medizinischen Bereich – viele Jobs bringen Schichtarbeit oder Dienstzeiten an Wochenenden und Feiertagen mit sich“, erklärt Dr. Wolfgang Richter, Projektleiter der GGP, die Notwendigkeit der Einrichtung. Der angedachte Neubau, durch den 130 Plätze für Krippen- und Kindergarten-Kinder entstehen, soll mit einer Verbindung zum bestehenden Kita-Gebäude errichtet werden. Von den 130 Plätzen waren anfangs 50 für die Nachtbetreuung eingeplant. „Von dieser Zahl sind wir allmählich ab. Der Bedarf ist höher“, sagt Richter. Darüber hinaus sollen 20 neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Dabei soll die 24-Stunden-Kita keine Aufbewahrungseinrichtung für Kinder sein. Eltern, die das Nacht-Angebot in Anspruch nehmen, müssen deshalb regelmäßig ihren Dienstplan vorlegen. Während der Übernachtung werden die Kinder grundsätzlich von zwei Erzieherinnen betreut. Dabei beginnt die nächtliche Aufsicht immer mit einem gemeinsamen Abendessen. „Es ist wichtig, dass die Erzieher und Kinder eine Beziehung aufbauen können“, betont Richter.

Die Knirpse dürfen frühestens um sechs Uhr morgens, wenn die Kita wieder für den regulären Betrieb öffnet, abgeholt werden. Auch in anderen Städten Mecklenburg-Vorpommerns wurden bereits 24-Stunden-Kitas eröffnet. „In dieser Sache hat Rostock bisher hinterher gehangen. Während in Schwerin bereits die dritte 24-Stunden-Kita in Planung ist, zieht Rostock nun endlich mit der ersten nach“, sagt Wirtschaftssekretär Dr. Stefan Rudolph (CDU). Dabei würde ein stabiler Arbeitsmarkt nur erreicht, wenn das Land Angebote schaffe, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. „Wir müssen die moderne Infrastruktur modernisieren, damit Menschen nicht nur bleiben, sondern auch zuziehen“, so Rudolph. Eine 24-Stunden-Kita sei in diesem Zusammenhang ein guter Anfang.

Dass künftig mehr als eine solche Einrichtungen in Rostock benötigt würden, davon ist Richter überzeugt: „Wir denken bereits über eine zweite 24-Stunden-Kita nach. Das Problem ist, dass es zunehmend komplizierter wird, im innenstädtischen Bereich Standorte für einen Neubau zu finden.“ Hinzu kommen einige Finanzierungsfragen, die auch für die erste 24-Stunden-Kita bisher noch ungeklärt sind. „Wir brauchen für die nächsten vier Jahre ein stabiles Finanzierungskonzept. Durch das 24-Stunden-Prinzip entstehen Mehrkosten, die nicht allein durch die Eltern getragen werden können. Die Kita-Plätze sollten zu einer Hälfte von der Kommune und zur anderen Hälfte von den Eltern aufgebracht werden“, so Richter.

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