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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 17:49 Uhr

Neubau Theater : Standort spaltet Rostocker

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eine Ausstellung in der Rathaushalle zeigt Architekten-Entwürfe für die Bebauung des Areals Stadthafen/Bussebart

von
erstellt am 07.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Wo soll der Theaterneubau stehen? Diese Frage spaltet die Hansestadt seit Monaten. Die aktuelle Ausstellung in der Rathaushalle heizt die Diskussionen nun noch einmal an. Denn hier sind bis zum 20. Januar alle Entwürfe für die Gestaltung des Areals Stadthafen/Bussebart ausgestellt, die im Laufe eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs eingereicht wurden.

„Wir wollen den Rostockern mit der Ausstellung eine Orientierungshilfe geben“, so Ralf Schinke von der Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS), die den Ideenwettbewerb in Auftrag gegeben hatte. Er erklärte den Ausstellungsbesuchern gestern alle Hintergründe zum Wettbewerb und erläuterte ihnen unter anderem die beiden Entwürfe, die von einer Jury bereits als Sieger gekürt wurden.

Auch Brigitte und Berthold Stüwesand haben die Gelegenheit genutzt und sich die Pläne gestern Nachmittag genau angesehen. Bezüglich der Standortfrage sind sich die beiden uneinig. „Ich ziehe den Bussebart vor, das macht optisch mehr her als der Stadthafen“, sagt Berthold Stüwesand. Seine Frau spricht sich gar für einen Standort aus, den die Stadt schon vor Monaten ausgeschlossen hat: das Werftdreieck. „Ich weiß, dass das nicht mehr auf dem Programm steht. Dennoch wäre das für mich die beste Lösung“, sagt Brigitte Stüwesand. Auch Fred Schmidt spricht sich für einen Standort am Bussebart aus. „Am Stadthafen ist sonst die ganze Sicht versperrt“, begründet er. Zudem müsse die Umsetzung am Hafen sehr genau durchdacht werden. „Es gab in Rostock schon öfter Hochwasser, da muss man aufpassen.“

Obwohl der Ideenwettbewerb sich in erster Linie mit stadtplanerischen Aspekten befasst, steht er in engem Zusammenhang mit kulturpolitischen Fragen. So rückte gestern zum Beispiel auch das Thema der vier Sparten in den Mittelpunkt der Gespräche. „Ohne Ballett und Musiktheater muss im Grunde kein neues Theater gebaut werden“, positionierte sich Adelheid Bochert.

Inwieweit die Meinungen der Rostocker sich in der endgültigen Entscheidung der Bürgerschaft niederschlagen, ist nicht abzusehen. Fakt ist aber, dass es eine klare Empfehlung der Jury gibt: den Entwurf von gmp International. Das Konzept des Berliner Architektenbüros sieht den Theaterneubau am Stadthafen vor.

Wer dazu und zu den anderen Vorschlägen seine Meinung äußern möchte, kann das am 19. Januar in einem zweiten öffentlichen Forum tun. „Wir haben die Versammlung zeitlich so gelegt, dass alle Bürgerschaftsmitglieder dabei sein können, um sich mit den verschiedenen Meinungen auseinanderzusetzen“, betont Ralf Schinke.

Noch ist also alles offen. Bis Februar wird zunächst eine Beschlussvorlage erstellt, die dann durch alle Ausschüsse und Ortsbeiräte wandert. Auf der Tagesordnung der Bürgerschaft solle das Thema voraussichtlich im Juni stehen, kündigte Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtplanung, bei der Ausstellungseröffnung an. „Das Ziel ist es, noch vor der Sommerpause zu einer Entscheidung zu kommen.“

 

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