zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 18:02 Uhr

Stadtteilzentrum: Umzug ist geplatzt

vom

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2012 | 07:01 Uhr

Toitenwinkel | Die Eigentümergemeinschaft des Toitenwinkler Einkaufszentrums (TEZ), Capricornus Investment, ist pleite. Für die Gesellschaft ist ein Insolvenzverwalter bestellt. Dadurch gerät nun der für dieses Jahr geplante Umzug des Stadtteil- und Begegnungszentrums Toitenwinkel (SBZ) in das Gebäude in Gefahr.

Die Berliner Gesellschaft Capricornus hatten der Hansestadt durch einen Erbbaurechtsvertrag eine sehr günstige Pacht für das Gebäude in Aussicht gestellt. "Die Pläne sind alle fertig. Jeder Raum ist durchdacht", sagt die SBZ-Leiterin Carola Lorenz, die sich schon auf den Umzug gefreut hatte. Das Land hat bereits Städtebaufördermittel zugesagt. Und durch die geringe Pacht hätten sich auch die Eigenmittel, die die Stadt für den Umbau aufbringen müsste, deutlich verringert. Die Kosten hätten sich auf etwa eine halbe Million Euro belaufen, sagt Lorenz. Ein SBZ-Neubau würde rund eine Million Euro kosten. Der Umbau wäre also günstig und sogar zu 75 Prozent vom Land gefördert.

Verwalter verhandelt mit Gläubigern

Die Leiterin des SBZ ist aus allen Wolken gefallen, als sie Mitte Februar vom Berliner Immobilienverwalter Tattersall und Lorenz von der Insolvenz erfahren hat. Die Umbaumaßnahmen sollten schon im Mai beginnen. Das habe ihr Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) beim Neujahrsempfang in Aussicht gestellt. "Jetzt stagniert es", sagt Lorenz. Von der Stadt bekam sie bislang keine offizielle Meldung zur Insolvenz. "Ich ärgere mich über das Nichtstun des Oberbürgermeisters", sagt sie. Seit Wochen würde der Träger, der Rostocker Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), versuchen, bei der Stadt einen Termin zu bekommen, um zu klären, wie es weitergeht - ohne Erfolg. Der Ortsamtsleiter Ost, Wolfgang Westphal, unterstützt Lorenz: "Es muss jetzt etwas passieren." Der Umbau müsse deshalb ja nicht vom Tisch sein. "Es besteht ja die Möglichkeit, dass der Insolvenzverwalter das Konzept des Stadtteilzentrums mitträgt", sagt der Ortsamtsleiter. Das schließt auch Sozialsenatorin Liane Melzer (SPD) nicht aus. Das städtischen Liegenschaftsamt habe schon Kontakt zum Insolvenzverwalter aufgenommen. An dem Erbbaurechtsvertrag könnte festgehalten werden. "Die Prüfung läuft. Mit der Entscheidung ist vor April nicht zu rechnen", sagt Melzer. Der Verwalter spricht nun mit den Gläubigern, bestätigt Stadtsprecher Ulrich Kunze.

Die Ortsbeiratsvorsitzende Anke Knitter (SPD) wünscht sich mehr Nachdruck von Seiten der Stadt. "Ich hoffe, dass möglichst schnell eine Entscheidung fällt", sagt sie. Der Ortsbeirat setzt sich seit Jahren für eine neue Bleibe für das SBZ ein. Wenn die Entscheidung negativ ausfällt - und das TEZ somit nicht umgebaut wird, müsse schnell eine Alternative gefunden werden.

Der Bau Zum Lebensbaum 16 ist von 1988. Die Fenster sind alt, die Räume verwinkelt, die Fassade bröckelt. Wenn etwas kaputt gegangen ist, wurde es nur notdürftig ausgebessert. "Es herrscht hier nur Flickschusterei - seit 24 Jahren", sagt Lorenz.

"Ein barrierefreier Zugang ist besonders wichtig", findet ihre Stellvertreterin Grit Janke. Derzeit wäre das dreistöckige Gebäude einfach nicht für alle Menschen des Viertels offen. Nach dem Umbau des TEZ wäre im Stadtteilzentrum mit 900 bis 1000 Quadratmetern genügend Platz für einen großen Saal, die Töpferwerkstatt, den Charity-Shop. In einem Aufbau würden die Büros untergebracht. In die Nachbarräume würde die Kita des Trägers ziehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen