Brinckmansdorf, Riekdahl und Kassebohm : Wie ein kleines Paradies

Ihr eigenes Reich haben Luitgard und Henry Schwarzkopf in Brinckmanshöhe gefunden. Die Musiker schätzen vor allem die gute Anbindung des Wohngebiets. Fotos: Juliane Hinz
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Ihr eigenes Reich haben Luitgard und Henry Schwarzkopf in Brinckmanshöhe gefunden. Die Musiker schätzen vor allem die gute Anbindung des Wohngebiets. Fotos: Juliane Hinz

Luitgard und Henry Schwarzkopf sind mit ihren Kindern nach Brinckmansdorf gezogen und genießen die Gemeinschaft in ihrem neu entstandenen Wohngebiet

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19. November 2015, 14:00 Uhr

„Eigentlich ist das mit der Gartenarbeit gar nichts für uns“, sagt Henry Schwarzkopf und blickt durch das große Fenster hinaus auf sein Stückchen Grün. Da ragen die Bäume und Büsche nach gut 15 Jahren schon recht ansehnlich in die Höhe, der Rasen ist alles andere als englisch. „Aber irgendwie gefällt es uns auch so“, sagt Luitgard Schwarzkopf. Das Ehepaar wohnt seit 1998 in Brinckmanshöhe, von den drei Kindern ist mittlerweile nur noch der Jüngste bei den Eltern zu Hause. Die anderen hat es in größere und aufregendere Städte als Rostock verschlagen.

Als sich Luitgard und Henry Schwarzkopf Mitte der 90er nach Wohneigentum umschauten, stand eins für sie fest: In der Stadt sollte es sein. „Man hätte sonst die Kinder immer hin- und herfahren müssen. Das wollten wir nicht, sie sollten auch eigenständig sein können“, sagt Luitgard. Und auch das Ehepaar selbst genießt die gute Anbindung des Wohngebiets am Rande der Stadt. „Mit dem Fahrrad bin ich in 20, 25 Minuten an der Probebühne oder im Theater“, sagt Henry. Er ist Kontrabassist in der Norddeutschen Philharmonie. Aber auch für Luitgard, die in Ribnitz-Damgarten Cello unterrichtet, ist die Anbindung ideal. „So muss ich nicht mit dem Auto durch die ganze Stadt.“

Unter dem Küchentisch hat es sich Lilly gemütlich gemacht. Die schwarze Hündin kam eher zufällig zu den Schwarzkopfs. „Eigentlich wollten wir keinen Hund“, sagt Henry. Nun habe es sich aber so ergeben und mittlerweile genieße er die Spaziergänge. „Gleich hinter den Reihenhäusern am Ende der Straße beginnt ein schöner Fußweg mit Bänken und einem tollen Blick auf die Stadt“, schwärmt der Musiker. Einmal die Woche komme sogar ein kleines Fahrzeug der Stadtreinigung und leere die Mülleimer. Dörfliches Idyll mit allen Vorzügen der Stadt: „Das ist hier wie ein kleines Paradies“, sagt Henry.

Dazu gehört es auch, dass der Zusammenhalt stimmt. Als das Wohngebiet Brinckmanshöhe entstand, zogen besonders Familien mit Kindern in das Viertel. „Das war gut, die Kinder zogen alle zusammen los, man konnte sie bedenkenlos zum Spielen vor die Tür schicken“, erinnert sich Luitgard. Schließlich sind bis auf die Hauptzufahrtsstraßen alle Wege als verkehrsberuhigte Zonen, so genannte Spielstraßen ausgewiesen. Durchgangsverkehr gibt es im Grunde nicht. Wer in das Wohngebiet fährt, ist meistens auch Bewohner.

Über die gleichaltrigen Kinder hätten sich damals auch die Eltern kennengelernt, eine richtige Gemeinschaft sei das heute. Dazu gehöre zum einen die gegenseitige Hilfe, aber auch das gesellige Zusammensein. „Es gibt dann immer diese Phasen, in denen ein Geburtstag nach dem anderen gefeiert wird und sich alle reihum besuchen“, erzählt Henry. Ein großes Glück sei es, dass sich alle Nachbarn gut verstehen. Das hätte auch anders laufen können, meint er. „Ein bisschen liegt das aber auch sicher daran, dass wir hier alle zusammengewürfelt wurden. Es kam nicht ein Neuer in ein Viertel mit lauter Alteingesessenen. Wir waren alle neu“, überlegt Henry.

Im eigenen Haus zu wohnen, hat viele Vorzüge, da sind sich Luitgard und Henry Schwarzkopf einig. „Beispielsweise wenn es um das Üben geht. In einer Mietwohnung wäre es wohl kaum möglich, dass gleich mehrere Leute gleichzeitig auf ihrem Instrument spielen“, sagt Luitgard. Denn auch ihre Kinder haben Musikunterricht genommen.

Aber natürlich macht ein Eigenheim auch Arbeit. Abgesehen vom Garten muss auch das Haus in Schuss gehalten werden. Und ein bisschen fehlt ihnen im Wohngebiet auch das städtische Leben, gestehen die Schwarzkopfs. „Manchmal finde ich es schade, dass es keine kleinen Geschäfte, keinen Bäcker um die Ecke oder Cafés gibt“, sagt Luitgard. Dafür fährt das Ehepaar in die Stadt. „Es gibt eben immer Vor- und Nachteile“, sagt Henry. 

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