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Evershagen : Viel mehr als ein Leben in der Platte

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Viertel besticht durch gute Anbindungen, vielfältige Wohnformen und eine bunt gemischte Bevölkerung. Fischerdorf soll aufgehübscht werden.

Seit 45 Jahren wohnt Elke Braun in Evershagen – immer noch in derselben Wohnung. Dabei ist sie sozusagen eine Pionierin des Stadtteils, denn: „Unser Block in der Willi-Bredel-Straße war 1971 einer der ersten im Wohngebiet“, sagt die 71-jährige Rostockerin. „Das Viertel hat sich schnell entwickelt. Am Anfang war hier ja fast nur Lehm und Dreck“, erinnert sich die Rentnerin. Inzwischen sei die Versorgung hervorragend. „Wir haben das Ärztehaus, viele Kaufhallen, eine Grund- und eine weiterführende Schule direkt im Viertel“, sagt Braun. Zudem böten die umliegenden Turnhallen, Fußball- und Basketballplätze Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Ein Umzug steht für Elke Braun nicht zur Debatte. Oft schon hätten Freunde und Bekannte gefragt, ob sie nicht lieber in die Innenstadt ziehen wolle. „Klar wär’s bequem, aber hier lebt es sich doch auch sehr gut – und bequem ist es allemal“, sagt sie. Zudem sei das Viertel durch die Anbindungen mit Bus, Straßenbahn und S-Bahnhof ideal mit der City vernetzt und problemlos zu erreichen.

Nachdem die Rostockerin lange Zeit als Trainerin beim Wasserspringerclub aktiv gewesen ist, engagiert sie sich noch immer gern ehrenamtlich im Viertel – im Mehrgenerationenhaus Evershagen in der Maxim-Gorki-Straße, einer Einrichtung des Instituts Lernen und Leben. Dort hilft sie im Senioren-Treff mit der Vorbereitung der montäglichen Bingo-Nachmittage, steuert selbst gebackenen Kuchen bei, organisiert Frauentreffen und leitet immer donnerstags Kursteilnehmer bei der Stuhlgymnastik an. „Viele habe ich durch meine Tätigkeit im Sport kennengelernt“, sagt Braun. „Einige, die heute hierher kommen, kenne ich schon von klein auf, durch den Schwimmunterricht, den ich früher gegeben habe“, so die Rentnerin.

Alles in allem ist Elke Braun sehr zufrieden in Evershagen. Die vielen Gartenanlagen böten die Möglichkeit, die Natur vor der Haustür zu erleben. Auch sei das Gewerbegebiet in Schutow eine große Bereicherung für den Stadtteil. „Was aber dringend gebraucht wird, ist eine weitere Schwimmhalle im Nordwesten. Sie muss ja nicht unbedingt in Evershagen sein, aber die Kapazitäten der Neptunschwimmhalle in der Kopernikusstraße reichen bei Weitem nicht aus“, sagt die Rentnerin, die nebenbei Kurse zur Wassergymnastik gibt.

Was vielen Evershägern außerdem sehr am Herzen liege, sei , dass das Fischerdorf wieder aufgehübscht werde. „Früher war dort so viel Bewegung. Dort standen viele Katen und es war immer etwas los. Es ist sehr schade, dass das Gebiet bisher nicht wieder ausgebaut wurde“, so die Rostockerin. Positiv bewertet Braun hingegen die Entwicklung der Wohnsituation: „Nach der Wende wurden immer mehr Blöcke saniert – und zwar nicht nur grau, sondern bunt.“ Bei der Farbwahl durften sich die Bewohner sogar mit einbringen, so die Rentnerin. Sehr vorteilhaft für Ältere sei auch die aktuelle Entwicklung, denn an vielen Wohnblocks werden nachträglich Fahrstühle installiert. Das zeige, den Willen der Genossenschaften, in den Stadtteil zu investieren. „Und ich kann mir gut vorstellen, dass viele, die überlegt haben, umzuziehen, weil sie es nicht mehr ohne Weiteres in den fünften Stock schaffen, jetzt gar nicht mehr hier wegwollen“, sagt die 71-Jährige. „Dennoch leben hier nicht nur alte Leute, die ihr Dasein fristen. Es ziehen immer wieder junge Leute nach“, so Braun. Außerdem gelte Evershagen als Stadtteil mit dem größten Anteil an Bewohnern mit Migrationshintergrund, was in den Augen der Rentnerin ein Gewinn für das Viertel ist. „Und auch wenn in den Hochhäusern ab und zu mal etwas Unruhe herrscht, kann man sich hier trotzdem sicher fühlen“, sagt sie. „Alles in allem ist es ein tolles Zusammenleben mit viel Bewegung und vielen bekannten Gesichtern“, sagt Elke Braun über ihr Viertel.

Das Fazit:

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