Toitenwinkel : Natur direkt vor der Haustür

Langweilig wird es Agathe Gatz eigentlich nie. Die Rentnerin engagiert sich ehrenamtlich in ihrem Stadtteil, wo sie seit 2005 lebt. Außerdem ist die 76-Jährige eine echte Leseratte. Ihren Nachschub holt sie sich regelmäßig aus der Bibliothek des neuen Stadtteil- und Begegnungszentrums.
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Langweilig wird es Agathe Gatz eigentlich nie. Die Rentnerin engagiert sich ehrenamtlich in ihrem Stadtteil, wo sie seit 2005 lebt. Außerdem ist die 76-Jährige eine echte Leseratte. Ihren Nachschub holt sie sich regelmäßig aus der Bibliothek des neuen Stadtteil- und Begegnungszentrums.

Rentnerin Agathe Gatz lebt seit mehr als zehn Jahren in Toitenwinkel und schätzt die Natur, die Menschen und die Angebote im Viertel sowie die gute Verkehrsanbindung

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28. Januar 2016, 16:00 Uhr

Pudelwohl fühlt sich Agathe Gatz in Toitenwinkel. Seit mehr als einem Jahrzehnt lebt die Rentnerin nun schon im Nordosten. Im Oktober 2005 zog sie aus Kassebohm hierher. „Nach dem plötzlichen Tod meines Mannes wollte ich dort nicht mehr leben“, erzählt sie. Zusammen mit ihrem Sohn suchte die Rentnerin in ganz Rostock nach einem neuen Zuhause. Eine Bedingung, die sie daran stellte: Es sollte im Grünen liegen. In Toitenwinkel ist die 76-Jährige schließlich fündig geworden. „Ich habe die Entscheidung, hierher gezogen zu sein, seitdem nie bereut“, sagt Agathe Gatz.

Besonders schätzt sie neben der grünen Umgebung die gute Verkehrsanbindung an die Innenstadt und den Zusammenhalt der Einwohner untereinander. „Hier in Toitenwinkel muss man nicht alleine sein, man muss sich nur einbringen wollen“, weiß die Rentnerin aus Erfahrung. Nach dem ersten Winter in der neuen Umgebung beschloss die Rentnerin, der Einladung zum Stadtteilfrühstück zu folgen. Dieses findet regelmäßig im Stadtteil- und Begegnungszentrum (SBZ) statt. Hier knüpft die 76-Jährige nicht nur erste Kontakte, sondern findet auch wieder eine Beschäftigung. Zusammen mit etwa sieben anderen Frauen organisiert sie jetzt schon seit mehreren Jahren ehrenamtlich das Frühstück. Sie kaufen gemeinsam ein, bereiten zahlreiche Leckereien vor und verwöhnen immer freitags von 10 bis 12 Uhr bis zu 30 Toitenwinkler, die es sich schmecken lassen.

Zusätzlich engagiert sich Agathe Gatz zweimal wöchentlich im Charity-Shop, der ebenfalls im neuen SBZ, dem Twinkelhus, untergebracht ist. Hier werden gut erhaltene Kleiderspenden für einen kleinen Preis verkauft. „Aber auch darüber hinaus gibt es im SBZ und der Alten Schmiede so viele Angebote für Alt und Jung. Das finde ich wirklich toll“, erzählt die Toitenwinklerin. Deshalb kommt bei Agathe Gatz auch an den Tagen, an denen sie nicht ehrenamtlich eingebunden ist, keine Langeweile auf.

Besonders spannend findet die Rentnerin den Mix, den Toitenwinkel bietet. „Es gibt hier eben nicht nur Plattenbauten, sondern auch viele moderne Neubauten. Dieser Gegensatz gefällt mir“, sagt sie. Getreu dem Stadtteil-Motto „Hier ist alles drin“ gibt es im Stadtteil zusätzlich zahlreiche Einfamilienhäuser und mit Toitenwinkel-Dorf ländliche Idylle.

„Toitenwinkel bietet mir eigentlich alles, was ich brauche“, sagt die 76-Jährige. „Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken, ein Ärztehaus, wir haben wieder einen neuen Drogeriemarkt und im Viertel findet man seinen Bäcker und Friseur. Es ist also alles da, was man für das tägliche Leben braucht. Und es ist alles dicht bei, sodass ich nicht weit gehen muss.“ Wenn die passionierte Köchin dann doch einmal in der Innenstadt einen Einkaufsbummel machen möchte, setzt sie sich in die Straßenbahn. „Da bin ich dann auch in 15, 20 Minuten in der City“, sagt Gatz.

Dennoch freut sie sich jedes Mal, wenn sie wieder zurück nach Hause kommt. „Mein absoluter Lieblingsplatz ist am Friedensforum. Wenn dann die Seerosen blühen und die Schwäne auf dem Teich schwimmen, ist das einfach herrlich“, schwärmt die Toitenwinklerin. Die Vorurteile beziehungsweise das zum Teil schlechte Image, das dem Viertel anhaftet, kann sie nicht nachvollziehen. „Wenn die Leute voreingenommen gegenüber Toitenwinkel sind, verteidige ich mein Zuhause“, so Gatz, die durch die zahlreichen Angebote im Viertel wieder voll am Leben teilnimmt. „Auch die Menschen sind hier sehr freundlich. Neben älteren Menschen leben viele Familien mit Kindern und Studenten hier. Wenn man sich auf der Straße trifft, kommt man fast immer mit jemandem ins Gespräch.“ Daher kommt es für Agathe Gatz auch nicht infrage, irgendwann einmal aus Toitenwinkel wegzuziehen. „Hier habe ich mein neues Zuhause gefunden“, steht für die aktive Rentnerin fest.

Das Fazit

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