Reutershagen : Eine grüne Oase voll Geschichte

Ein Stadtteil voll beeindruckender Architektur: Die Häuser mit den Backsteinfassaden am Wiener Platz wurden um 1940 ursprünglich für Arbeiter der Heinkelwerke errichtet. Die große Vielfalt der verschiedenen Baustile in Reutershagen macht für Dr. Erik Schreiber den Charme des Viertels aus. Fotos: Katrin Zimmer
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Ein Stadtteil voll beeindruckender Architektur: Die Häuser mit den Backsteinfassaden am Wiener Platz wurden um 1940 ursprünglich für Arbeiter der Heinkelwerke errichtet. Die große Vielfalt der verschiedenen Baustile in Reutershagen macht für Dr. Erik Schreiber den Charme des Viertels aus. Fotos: Katrin Zimmer

In dem weiträumig bebauten, naturnahen Viertel dominieren verschiedene Baustile das Stadtbild. Gute Versorgung und Anbindung sorgen für hohen Wohlfühlfaktor.

svz.de von
25. November 2015, 20:22 Uhr

Naturnah, grün, vielfältig und geschichtsträchtig – das sind die Attribute, die Dr. Erik Schreiber als erste einfallen, wenn er an Reutershagen denkt. Der Physiker kam 1985 zum Studium in die Hansestadt und lebt seit 13 Jahren mit seiner Frau und den drei Töchtern im Stadtteil mit der drittgrößten Bevölkerungszahl Rostocks.

Beeindruckend findet er vor allem die Geschichte des Viertels, das seinen Ursprung 1921 am Druwappelplatz gefunden hat. „Es gibt so viele verschiedene Baustile im Viertel, wie nirgendwo sonst in Rostock“, sagt Schreiber. Da wären die backsteinernen Arbeiterbauten im Komponistenviertel und am Wiener Platz, das finnische Viertel mit seinen Holzhäusern oder die Gebäude in und um die Ernst-Thälmann-Straße, die sichtbar vom Charakter des Sozialismus geprägt wurden. „So werden nicht nur verschiedene Wohnbedürfnisse befriedigt, sondern auch ein einmaliges Stadtteilbild geschaffen“, sagt Schreiber.

Das beste aber sei die Lage Reutershagens: „Sowohl die Innenstadt als auch die grünen Gebiete am Stadtrand sind schnell zu erreichen“, sagt Schreiber – egal, ob mit dem Auto, per Bahn oder vorzugsweise mit dem Rad. Dabei seien die guten Anbindungen an das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel vor allem für die vielen älteren Bewohner von Vorteil. „Die Altersstruktur ergibt sich vor allem daraus, dass die meisten in den 50er- und 60er-Jahren in das damalige Neubaugebiet gezogen sind“ so der Reutershäger.

Positiv bewertet der Mitarbeiter der Rostocker Universität auch die Versorgung im Stadtteil: „Die Reuterpassage liegt zentral und bietet verschiedene Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf.“ Auch der Wochenmarkt sei diesbezüglich ein großer Pluspunkt. Zudem hätten sich im Umkreis zahlreiche Ärzte, Physiotherapeuten und Drogerien niedergelassen.

Generell sei der Wohlfühlfaktor im Stadtteil sehr hoch. Zum einen wegen der geringen Umzugsrate – viele Nachbarn kenne er schon seit Jahren, sagt Schreiber, man passe aufeinander auf. Davon abgesehen sei Kriminalität ohnehin kein großes Thema, das Maß an Sicherheit sehr hoch: „Es ist alles andere als ein sozialer Brennpunkt. Man kann seine Kinder beruhigt zum Spielen nach draußen schicken, ohne Angst um sie haben zu müssen.“ Allerdings könne die Verkehrssicherheit noch wesentlich verbessert werden. Vor allem rund um den Marktplatz vermisse Schreiber gut gekennzeichnete Fußgängerüberwege. „Und das Radwegenetz ist mehr als dürftig“, vor allem in Schulnähe vermisse er gesonderte Radwege, die eine sichere Fahrt für Kinder gewährleisten, so der Familienvater. Als „grüne Oase für die Bewohner“ betitelt Schreiber den Schwanenteich mitsamt des umliegenden Parks. „Jeden Sommer findet hier das Fischerfest statt, ein kulturelles Event mit Musik und Feuerwerk.“ Es ist das älteste Volksfest der Hansestadt und jährt sich im Juni zum 53. Mal. Aber ein Besuch lohne sich das ganze Jahr lang. Direkt am Schwanenteich steht auch die Kunsthalle, die mit regelmäßigen Schauen und Veranstaltungen künstlerische und kulturelle Höhepunkte im Stadtteil setzt.

Letztendlich stellen für Schreiber aber vor allem die Geschichte Reutershagens und die vielen Grünflächen, also der naturnahe Charakter die größten Pluspunkte des Lebens im Stadtteil dar. Auch deshalb engagiert sich der Hansestädter als Sprecher der Initiative für den Erhalt des Druwappelplatzes. Das etwa 600 Quadratmeter große Grundstück zwischen Lining- und Miningweg gilt als Geburtsstätte des Stadtteils und soll nach aktuellen Plänen der Stadt für etwa 100 000 Euro verkauft und bebaut werden. Gegen diese Maßnahme wehren sich seit dem Sommer nicht nur Anwohner des Platzes, sondern auch zahlreiche andere Reutershäger: „Wir wollen den Kern Reutershagens unbedingt erhalten“, sagt Erik Schreiber.

Das Fazit:

 

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