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Stadtteil Lichtenhagen : Ein Stadtteil mit Wohlfühlfaktor

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rainer Fabian leitet seit 2004 das Kolping-Begegnungszentrum in Lichtenhagen. Sozialpädagoge schätzt die guten Angebote für alle Altersklassen

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 13:28 Uhr

Ein Blick aus dem Fenster der für Lichtenhagen typischen Plattenbauten lohnt sich: Nur einen Steinwurf entfernt schippern die Kreuzliner bedächtig über die Ostsee, am Strand von Warnemünde genießen Touristen die letzten Sonnenstrahlen des Jahren, das Schreien der Möwen wirkt fast schon beruhigend. „Unsere Einwohner fühlen sich in Lichtenhagen rundum wohl und sind zufrieden“, sagt Rainer Fabian, Leiter des Kolping Stadtteil- und Begegnungszentrums.

Seit 1993 ist der 62-Jährige beruflich in jenem Stadtteil zu Hause, der sich vor allem durch seine Nähe zum Ostseebad Warnemünde auszeichnet. „Eigentlich wohne ich ja in Admannshagen, die meiste Zeit des Tages verbringe ich aber in Lichtenhagen“, sagt Fabian. Da ist es nicht verwunderlich, dass der Sozialarbeiter nicht nur den Stadtteil und seine Menschen, sondern auch die positiven Aspekte und Probleme vor Ort kennt, wie kaum ein Zweiter der rund 14 000 Einwohner.

Viele von ihnen zog es bereits zwischen 1972 und 1976 – jenen Jahren in denen das Wohngebiet mit seiner typischen Plattenbauweise entstand – nach Lichtenhagen. „Durch die gute Infrastruktur und die Entstehung der Eigenheimsiedlungen Kalverradd und Kalverweiden ist die Altersstruktur mittlerweile aber gut durchmischt, auch viele Familien und Studenten zogen in den letzten Jahren nach Lichtenhagen“, sagt Rainer Fabian. Für sie, aber auch für Senioren, biete der Stadtteil ein reichhaltiges Angebot. Herzstück ist dabei das vom 62-Jährigen geleitete Stadtteil- und Begegnungszentrum. Von der Krabbelgruppe für die Kleinsten über den Jugendtreff, zahlreiche sportliche und kulturelle Aktivitäten, betreutes Wohnen für junge Menschen bis hin zur Seniorenbetreuung deckt das Kolping-Zentrum ein breites Spektrum ab. „Auch unsere Hallenzeiten oder das Fußballturnier im Mai werden gut angenommen“, sagt Rainer Fabian.

Ein weiterer Pluspunkt, vor allem für die älteren Bewohner des Stadtteils, ist das Wohnungsangebot. Fast alle Blöcke sind grundhaft saniert, bieten Fahrstühle und Balkons. „Darauf ist sicher auch der sehr geringe Wohnungsleerstand von maximal zwei Prozent zurückzuführen“, sagt der 62-Jährige.

Als Hausleiter des Kolping-Begegnungszentrums sind es aber auch die Probleme vor Ort, mit denen sich Rainer Fabian täglich auseinandersetzt. Ein häufiger Kritikpunkt ist der Zustand des Lichtenhäger Brinks. Zu DDR-Zeiten der Mittelpunkt des Wohngebiets und Lieblingsobjekt von Stadtarchitekt Christoph Weinhold, verwahrloste das einstige Schmuckstück nach der Wende zusehends. „Die verkehrsberuhigte Lage mag dem einen oder anderen zwar gefallen, sie ist aber auch der Grund, dass sich Handel und Gastronomie fast gänzlich zurückzogen“, so Fabian. Seine Hoffnung setzt der 62-Jährige in die Sanierung des gesamten Areals, mit der in diesem Jahr begonnen wurde. „Darüber hinaus sind aber auch viele Gehwege im Stadtteil echte Stolpersteine und auch die Situation des Elmenhorster Wegs ist für viele Anwohner eine unbefriedigende.“ Außerdem werde der Nordlicht-Komplex häufig als Schandfleck Lichtenhagens angesehen, der nur noch teilweise genutzt werde. „Vor allem von Eltern wird außerdem häufig das Fehlen eines Kinderarztes bemängelt. Der letzte zog mit der Öffnung des Ärztezentrums in Lütten Klein einen Stadtteil weiter“, sagt Rainer Fabian.

Dennoch überwiegen für den Sozialpädagogen deutlich die positiven Seiten „seines“ Stadtteils, die er aus jahrelanger Erfahrung zu schätzen weiß. Vor allem die Randzonen mit ihren vielen Grünflächen sowie die Kleingartenanlagen sind für ihn, aber auch für viele der Stadtteilbewohner, beliebte Rückzugsorte und grüne Oasen zugleich. „Wer in Lichtenhagen wohnt, fühlt sich eben einfach wohl“, sagt er.

Das Fazit

 
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