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Bauarbeiten in Gehlsdorf : Stadtplaner legen alternativen Straßenverlauf vor

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Erschließung im künftigen Baugebiet Obere Warnowkante könnte nach massiver Anwohnerkritik doch noch geändert werden:

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erstellt am 14.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Nach heftiger Kritik der Anwohner hat das Amt für Stadtplanung einen alternativen Bebauungsplan für die Obere Warnowkante in Gehlsdorf vorgelegt. Dieser sieht die Verlegung der Erschließungsstraße durch das Gebiet der ehemaligen Produktionsgenossenschaft des Handwerks Waterkant vor. Amtsleiter Ralph Müller plädiert allerdings weiter für die Ursprungsvariante. Sie könnte die Anwohner teuer zu stehen kommen.

Die Alternative sieht vor, „die Planstraße um eine Grundstückstiefe nach Südwesten zu verschieben“, sagt Müller. Dadurch entfalle allerdings die dritte mögliche Baureihe auf den Grundstücken zwischen Erschließungs- und Pressentinstraße. In der Summe seien das 60 Wohneinheiten weniger, zehn davon auf städtischem Gebiet. Durch die Umverlegung „werden die Erschließungskosten auf weniger Eigentümer umgelegt, die Grundstücke werden damit teurer“, so Müller. Zudem müssten die ruhigen Stichstraßen Richtung Wasser deutlich verkürzt werden.

Müller lehnt das ab. „Wir denken weiter, dass die öffentlichen Interessen höher zu bewerten sind als die privaten“, sagt er. Zumal es auch unter den privaten Anliegern der Pressentinstraße durchaus Befürworter der Baupläne in ihren Gärten gebe. Dazu stellt Ortsbeiratsvorsitzender Kurt Massenthe (Für Rostock) klar: „Vier Personen wollen bauen, nur eine davon wohnt in Gehlsdorf, der Rest im Speckgürtel.“ Alle vor Ort wohnenden seien gegen die doppelte Anliegerbelastung durch Pressentin- und Erschließungsstraße. Sie hätten kein Interesse an Neubauten auf ihren Grundstücken. „Wir haben wochenlang im Ortsbeirat diskutiert“, sagt Massenthe. Mit Ausnahme einer Enthaltung hätten alle Mitglieder für die Alternativvariante gestimmt. „Sie ist gerechter für die Leute, die dort jetzt wohnen, wir sehen dadurch keinen großen Verlust“, so der Ortsbeiratschef.

Derzeit tourt Stadtplaner Müller mit beiden Varianten durch die Ausschüsse der Bürgerschaft. Sie sollen entscheiden, welchen Plan sein Amt weiter verfolgen soll. Im Bauausschuss stimmten zuletzt drei Mitglieder für die Ursprungsvariante, nur eins sprach sich für die Alternative aus. „Das Argument, ,Mein Grundstück wird mehr wert, aber ich will keine Erschließungskosten zahlen‘, passt nicht zusammen“, sagt Ausschussvorsitzender Frank Giesen (CDU). Aus seiner Sicht steigt durch die Umwandlung der Gärten in Bauland deren Preisklasse. Zudem brauche Rostock jede Wohnung: „So viele Flächen haben wir nicht mehr“, sagt Giesen.

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