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IGA-Park in Schmarl : Stadthallen-Neubau ist vom Tisch

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gebäude in der Südstadt wird für 16 Millionen Euro umfassend saniert. Größeres Foyer und mehr Plätze für Besucher entstehen

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Der Neubau einer Stadthalle im IGA-Park in Schmarl ist endgültig vom Tisch. Stattdessen will die Hansestadt die vorhandene, 1979 eröffnete Halle in der Südstadt für rund 16 Millionen Euro umfassend erneuern. „Wir planen, für 50 Millionen Euro ein neues Theater zu bauen, da können wir parallel nicht mit einem Großprojekt in ähnlicher Dimension anfangen“, sagt Finanzsenator Chris Müller (SPD). Damit erteilt er auch der angedachten Ein-Standort-Strategie in Schmarl, wo sich die Hanse Messe befindet, eine klare Absage.

Kernpunkt der Pläne für die Stadthalle ist die Erweiterung des Eingangsbereichs. Durch einen Anbau soll das Foyer um fast 2000 Quadratmeter wachsen. Vergrößert wird auch die Zahl der Plätz im Innenbereich. Statt bisher 4483 Sitzplätze beziehungsweise 5587 Stehplätze sollen nach dem Umbau 5153 beziehungsweise 6639 Zuschauer im Inneren der Halle Platz finden. Dafür wird zum einen der Rang W direkt über dem Eingangsbereich komplett umgestaltet. Zum anderen müssen die noch zu DDR-Zeiten eingerichteten Reporterkabinen für die neue Bestuhlung weichen.

„Mit diesen Maßnahmen wollen wir für die nächsten 15 bis 20 Jahre wettbewerbsfähig bleiben“, sagt Petra Burmeister, Chefin der Rostocker Messe- und Stadthallengesellschaft. Die Gründe für die umfangreichen Sanierungen ist einfach: Es fehlt an Platz, zudem könne die Architektur den modernen Anforderungen – vor allem für Kongresse und Tagungen – nur noch bedingt gerecht werden. „Uns fehlt es vor allem an Ausstellungsflächen. Die meisten Absagen erhalten wir, weil das vorhandene räumliche Angebot einfach nicht passt“, so Burmeister. Gerade hier sieht die 54-Jährige jedoch großes Potenzial für Rostock als die einzige Großstadt in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir haben schon jetzt feste Verträge für Kongresse 2018 und 2019, die mit dem Uni- und Stadtjubiläum zusammenhängen. Realisieren lassen sich diese jedoch nur mit einer umfassenden Modernisierung“, so Burmeister.

Wie diese finanziert werden soll, ist jedoch noch nicht geklärt. „Neben dem Eigenanteil der Stadt hoffen wir auf eine Förderung des Wirtschaftsministeriums. Die ersten Gespräche diesbezüglich verliefen positiv, die nötigen Anträge werden wir zeitnah stellen“, so Finanzsenator Müller. Dies ist auch dringend nötig, denn die Zeit bis zur geplanten Fertigstellung am 1. Mai 2018 drängt. Einkalkuliert werden muss darin auch eine sechsmonatige Schließung der gesamten Halle sowie weitere Beeinträchtigungen in Teilbereichen. Für Burmeister dennoch ein lohnenswerter Schritt: „Eine um zehn bis 15 Prozent höhere Auslastung ist ziemlich sicher zu erreichen“, sagt sie. Dafür werden auch die Umbenennung der Halle und der eventuelle Verkauf der Namensrechte geprüft, um die Einnahmen zusätzlich zu steigern.

Ursprünglich hatte sich die Rostocker Messe- und Stadthallengesellschaft für einen Neubau in Schmarl ausgesprochen. Zwischen S-Bahnhof Lütten Klein und der Hanse Messe sollte für geschätzte 40 Millionen Euro ein modernes Veranstaltungszentrum entstehen. Dieses hätte rund 7000 Besuchern Platz geboten.

 

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