Wettbewerb : Stadthafen: Ideen kommen später

Noch ist das Areal am Stadthafen und Am Bussebart ein karges Feld. Diese exponierte Fläche soll entwickelt werden.
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Noch ist das Areal am Stadthafen und Am Bussebart ein karges Feld. Diese exponierte Fläche soll entwickelt werden.

Für das Areal Am Bussebart und Christinenhafen werden Ideen gesucht. Auch ein künftiger Theaterstandort soll gefunden werden.

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26. März 2014, 06:00 Uhr

Es soll ein erster und entscheidender Schritt hin zum Theater-Neubau werden. In einem städtebaulichen Ideenwettbewerb hofft die Stadt, eine Grundlage für die Standortentscheidung zu bekommen. Doch die europaweite Ausschreibung verzögert sich. Denn nachdem es bereits ein Bürgerforum gab, mehrere Gremien der Bürgerschaft sich positioniert haben, vertagte auch der Hauptausschuss die Entscheidung in seine April-Sitzung.

Grund dafür sind immerhin mehr als zehn Änderungsanträge, die bislang zum Ausschreibungstext eingegangen sind. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder sah sich darum nicht in der Lage, über die Beschlussvorlage abzustimmen. „Das ist ein komplexes Thema und eine umfangreiche Ausschreibung“, betont Simone Briese-Finke, Vorsitzende der Grünen-Fraktion. Der Entwurf des Auslobungstextes umfasst 64 Seiten. Es geht um die Gestaltung des Areals Am Bussebart und um den Christinenhafen, ein städtebaulich sensibles Gebiet in bester Citylage. Dennoch geht es manchen Mitgliedern der Bürgerschaft in dieser Sache nicht schnell genug voran. „Ich möchte, dass wir in der Theaterdebatte vorankommen. Jetzt packen wir wieder einen Monat drauf“, schimpft SPD-Fraktionsvorsitzender Steffen Wandschneider. Das ursprüngliche Ziel, einen Theater-Neubau in Rostocks Jubiläumsjahr 2018 einzuweihen, sieht er genauso wie Andreas Engelmann (Die Linke) gefährdet. Hätte der Ausschuss am vergangenen Dienstag einer Veröffentlichung der Auslobung zugestimmt, hätten die Ergebnisse im September vorgelegen. Nun verschiebt sich das Verfahren.

Ein Knackpunkt im Wettbewerbstext ist ein so genanntes Multifunktionsgebäude, das im Bereich des Stadthafens mit einer Grundfläche von 6000 Quadratmetern geplant werden soll und für eine maritim-touristische Nutzung vorgesehen ist. Zum Beispiel soll hier das Hanse-Sail-Büro einziehen. „Die bisher vorgesehenen Nutzungen rechtfertigen eine Größe von maximal 1500 Quadratmetern“, meint Susan Schulz (Grüne) und schlägt eine entsprechende Änderung vor. CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Giesen möchte die Größe des Gebäudes offen halten und spricht sich für die Formulierung „angemessen“ aus. Auch Sybille Bachmann, Vorsitzende der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, beantragt an dieser Stelle eine Änderung. So soll die Möglichkeit eingeräumt werden, statt eines Gebäudes mehrere kleinere zu planen. Dies, so sagt sie, entspreche dem Wunsch der Bürger, die sich im Forum zu Wort meldeten. Außerdem schlägt sie vor, im Stadthafen eine Skateranlage zu errichten.

Der Ideenwettbewerb soll eine Vorstellung davon liefern, wie die heute nahezu leerstehenden Flächen künftig genutzt und die Innenstadt hin zum Wasser entwickelt werden könnte. Zum einen gilt es dabei, einen geeigneten Standort für einen Theater-Neubau herauszustellen. Zum anderen soll die trennende Wirkung der L 22 zwischen Innenstadt und Stadthafen überwunden werden. Eine Schwierigkeit dabei: Konkurrierende Nutzungen müssen unter einen Hut gebracht werden. Denn für die großen Fahrgeschäfte des Weihnachtsmarktes, die alljährlich Am Bussebart aufgebaut werden, sollen auch künftig rund 8000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Und auch die Hanse Sail stellt besondere Bedingungen an eine zukünftige Nutzung und eventuelle Bebauung des Stadthafens. Am Bussebart sollen auch Wohnungen, Einzelhandel und Büros entstehen können. Im Stadthafen ist Gastronomie möglich.

Der Ideenwettbewerb soll Aufschluss darüber geben, wie all diese Nutzungen vereinbart und der Bereich sinnvoll entwickelt werden kann. Eine konkrete Gestaltung ist noch nicht gefragt. Wichtig ist: Die Kosten für eine Umsetzung dürfen einen gewissen Rahmen nicht überschreiten. Im Auslobungstext ist von Wirtschaftlichkeit die Rede.

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