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Markgrafenheide : Stadt zahlt 175000 Euro für ein WC

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Am Parkplatz Fähranleger wird eine neue Toilette gebaut Bedarfskonzeption für Sanitäranlagen noch offen

Auf dem Parkplatz Hohe Düne in Markgrafenheide soll eine neue WC-Anlage gebaut werden. Aktuell befindet sich auf dem Platz am Fähranleger eine Trocken-Toilette – ohne Wasser und Strom, die nur saisonal geöffnet ist. Die Beschwerden dazu häuften sich bei der Stadt. Das will das Amt für Umweltschutz künftig ändern und noch dieses Jahr mit dem Bau einer ganzjährig geöffneten moderneren Variante beginnen. Kostenpunkt: 175 000 Euro.

„Dafür bekommt man ein Einfamilienhaus mit Garage gebaut. Wie kommt es bitte zu diesen Kosten?“, hinterfragte Jan Hendrik Hammer (UFR/FDP) als Mitglied des Hauptausschusses. Dieser sollte den Bau der Anlage abschließend freigeben. Und das tat der auch. Denn die Kosten sind in Rostock keine Seltenheit. Auch für weitere veranschlagte Toiletten rechnet das Umweltamt satte 200 000 Euro. Von Hauptamtsleiterin Karin Helke heißt es: „Das sind die Preise.“ So sähen die Angebote, die die Stadt bekommt, nunmal aus, bestätigte beim Ausschuss auch Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Es handele sich nicht um eine Luxusanlage. Wichtiger Kostenpunkt bei solchen Toilettenkomplexen seien neu zu legende Wasseranschlüsse – um die gehe es auch in Markgrafenheide.

3,85 Millionen Euro will die Verwaltung der Hansestadt in Sanierungen von Sanitäranlagen und den Neubau von 19 WCs in Innenstadt, Warnemünde und Markgrafenheide stecken – eigentlich. Das sieht die Bedarfskonzeption kommunaler Sanitäranlagen vor, mit der die Stadt die Einrichtung und Verwaltung ihrer sanitären Anlagen regeln will – zum Beispiel die Abstände zwischen den Toiletten – im Wandergebiet Markgrafenheide zum Beispiel in ein bis zwei Kilometer, in Warnemünde direkt in 250 bis 500 Meter.

Gegenwind zur Planung kam von vielen Ortsbeiräten der nicht bedachten Viertel. Seit 25. Juni 2015 ist die Konzeption jetzt wieder hinter verschlossenen Verwaltungstüren und wird überarbeitet. Investitionsplanungen für die Toiletten standen aber teilweise schon, schoben sich jedoch nach hinten wegen der verzögerten Beschlussfassung durch die Bürgerschaft. Zwei WC-Anlagen wurden für Warnemünde geplant – eine im Kern- und eine im Wandergebiet. Letztere ist wegen eines beginnenden Bebauungsplanverfahrens nicht in den nächsten zwei Jahren realisierbar. So wird das Geld dafür nun in Hohe Düne verwendet – auch ohne die Konzeption.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 06:00 Uhr

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