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Katzen-Plage Rostock : Stadt will Streuner-Problem lösen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Etwa 3500 herrenlose Katzen leben derzeit in Rostock. 170 Futterstellen unterstützen notwendige Kastrationsmaßnahmen

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Seit Mai 2015 greift die Stadtverordnung zur Kastrationspflicht von Freigängern nicht mehr, denn die hatte das Ministerium nur auf zwei Jahre befristet, so Amtstierärztin Dr. Heike Schlößer. Seit diesem Jahr gelte die Regelung, dass die Kommunen das Thema selbst regeln sollen. Bis dahin steigt die Gefahr, dass die Stadt ein Katzenproblem bekommen könnte.

Zurzeit leben etwa 3500 herrenlose Streunerkatzen im Stadtgebiet, schätzt Schlößer. „Eine Katze bekommt etwa zwei Würfe pro Jahr, davon überleben im Schnitt je drei Jungtiere“, sagt die Veterinärin. Man könne sich ausrechnen, wie sich die Population exponenziere. „Nichtkastrierte Freigänger verschlimmern das Problem“, sagt die Amtstierärztin. Zu Angriffen oder Zwischenfällen sei es bisher zwar nicht gekommen, doch um südländische Verhältnisse zu verhindern, sei es Ziel des Amtes für Tierschutz und -seuchenbekämpfung, die Anzahl der Tiere konstant zu halten, langfristig, sogar zu verringern – durch Kastration. Die hat die Stadt in den letzten zwei Jahren mit 10 000 Euro bezuschusst. „Von den Kastrationskosten für ein weibliches Tier übernimmt die Stadt 70 Euro, für ein männliches 35 Euro“, so die Tierärztin. 2014 wurden in Rostock 180, im letzten Jahr 172 Streuner kastriert.

„Das Problem ist, dass Streuner überaus menschenscheu und nur schwer zu fassen sind“, sagt Schlößer. Zu diesem Zweck wurden in Rostock zahlreiche Futterstellen eingerichtet. „Derzeit gibt es etwa 170 solcher Plätze im Stadtgebiet“, sagt die Veterinärin. Die würden von Tierschutzvereinen und teilweise auch privat betreut und finanziert. Die Futterstellen liegen im Verborgenen, in Gebüschen, Hinterhöfen oder Geräteschuppen. „Denn es gibt viele Anfeindungen gegen die Fütterer. Leute legen Köder und Gifte aus oder zerstören die Stellen. Weil sie nicht verstehen, dass es nicht ihr Zweck ist, die Katzen zu füttern, sondern die scheuen Tiere zu fassen und zu kastrieren“, sagt Schlößer. Letztlich könne sich keiner aus der Verantwortung ziehen. „Katzen sind keine einheimischen Wildtiere, die natürlich vorkommen. Die Streuner haben sich aus ausgesetzten oder entlaufenen Tieren fortgepflanzt“, sagt die Tierärztin. Wer eine herrenlose Katze findet, die öfter an derselben Stelle anzutreffen ist, solle sich beim Amt melden, so Schlößer.

Kontakt Veterinäramt Rostock unter Telefon: 0381/381 86 04
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