Rostock : Stadt will Schulwege besser sichern

Zum Schuljahresbeginn wird die Polizei wieder verschärfte Kontrollen vor den Rostocker Schulen durchführen. Vor der Warnemünder Heinrich-Heine-Schule konnte Lena Marie im letzten Jahr mit Polizeihauptmeister Bernd Wittwer Raser ins Visier des Lasermessgeräts nehmen.
Foto:
1 von 2
Zum Schuljahresbeginn wird die Polizei wieder verschärfte Kontrollen vor den Rostocker Schulen durchführen. Vor der Warnemünder Heinrich-Heine-Schule konnte Lena Marie im letzten Jahr mit Polizeihauptmeister Bernd Wittwer Raser ins Visier des Lasermessgeräts nehmen.

Begehungen zeigen: Parksünder und fehlende Überwege erschweren Kindern den Gang in die Klassen. Konzept soll Abhilfe schaffen.

svz.de von
02. August 2016, 05:00 Uhr

Autos, die auf Gehwegen parken, nicht abgesenkte Bordsteine oder fehlende Querungsmöglichkeiten – um solche Gefahrenquellen auf den Schulwegen der Rostocker Kinder zu entlarven und zu bekämpfen, erarbeitet die Hansestadt gemeinsam mit der Polizei derzeit ein Konzept zu Verkehrssicherheit um Schulen, Kitas und Horte. Allein im Jahr 2015 sind in Rostock 42 Kinder im Alter bis 14 Jahren im Straßenverkehr verunglückt, davon wurden sechs schwer verletzt. „Neben der Überwachung von Geschwindigkeiten müssen weitere Maßnahmen umgesetzt werden, um das Unfallrisiko möglichst auf Null zu senken“, sagt Polizeidirektor Michael Ebert. Bausenator Holger Matthäus (Grüne) hat das Thema zur Chefsache erklärt: „Unsere Kinder sind unsere Zukunft und bedürfen besonderen Schutz und Aufmerksamkeit.“

Eng in die Pläne mit einbezogen werden sollen auch Schulleiter, Personal, Eltern, Ortsbeiräte und die Schüler selbst. So haben sich Ende Juli bei einer Begehung rund um Elisabeth-, Hansa-, Ulmen- und Waldemarstraße Vertreter des Schulamts und dem Amt für Verkehrsanlagen gemeinsam mit Torsten Masur, dem Schulleiter der Werner-Lindemann-Grundschule, und Ortsbeiratsmitgliedern angesehen, wo in der KTV Besserungsbedarf herrscht. Das Hauptproblem: Parksünder. „Dass häufig auch Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen und damit andere vorsätzlich in Gefahr bringen“, sagt Schuldirektor Masur. Aber auch andere Bewohner der KTV, die wegen des hohen Parkdrucks um fehlende Stellflächen häufig dort parken, wo sie es nicht dürfen, zum Beispiel vor dem Hort in der Waldemarstraße. Dort herrscht zwar Tempo 30, aber: „Das Problem ist für die Kinder schlicht, dass sie nicht über die Autos hinwegschauen können“, sagt Julia Richter, Mitglied im Ortsbeirat KTV. Vor allem, wenn Fahrzeuge so weit in den Kreuzungsbereich ragen, dass sie den Gehweg blockieren, sei dies eine große Gefahrenquelle für die Kleinen. „Wir können hier nur mit verstärkten Kontrollen entgegenwirken und die Borde absenken“, sagt Hannelore Lau vom Amt für Verkehrsanlagen. Die ordnungsgemäße Beschilderung könne man bereits vorfinden und baulich sehe sie speziell vor dem Hort keine weiteren Möglichkeiten. „Wir können in der Waldemarstraße keine Verkehrsinsel installieren, da sonst der Wenderadius zu gering würde“, so Lau. Für die dunkle Jahreszeit könne sie sich allerdings vorstellen, den Bereich besser auszuleuchten, damit die querenden Kinder besser zu sehen sind.

Die Entwicklung des Konzepts für mehr Verkehrssicherheit um Schulen, Kitas und Horte zielt letztlich darauf ab, spezielle, wiedererkennbare und sich wiederholende Situationen zu entwickeln, die die Aufmerksamkeit erhöhen und mehr Sicherheit für die Kinder schaffen. Es soll während der Sommerferien erarbeitet werden. Erste Maßnahmen sollen bereits zum Schulbeginn im September 2016 greifen.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen