Rostock : Stadt will das Theater im Stadthafen zurückholen

Die Nutzung des Theaters im Stadthafen als Schauwerk lief im Juli 2015 aus.
Die Nutzung des Theaters im Stadthafen als Schauwerk lief im Juli 2015 aus.

Die Verwaltung hofft auf eine einvernehmliche Lösung im Gerichtsverfahren. Die Bühne könnte unter anderem wieder vom Volkstheater genutzt werden.

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23. August 2016, 08:00 Uhr

Das ehemalige Theater im Stadthafen (TiS) könnte schon bald wieder zum Volkstheater gehören. In einem Gespräch zur Zukunft des Volkstheaters mit Theaterchef Joachim Kümmritz und stellvertretendem Intendanten Ralph Reichel in der vergangenen Woche kam auch das TiS auf den Tisch und die Bestrebung der Stadt, es zurückzuholen. Nicht zuletzt auch bei vielen Mitarbeitern des Hauses würde das Anklang finden.

Aus der Verwaltung gibt es eine vorsichtige Bestätigung. „Nach wie vor ist die Eigentumsfrage um das Hafenhaus strittig“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die Hansestadt Rostock sei zur Klärung noch in den Vergleichsverhandlungen mit der Leasing-Gesellschaft, die Anspruch darauf erhebt. „Mit großer Zuversicht kann bis Jahresende 2016 eine einvernehmliche Lösung gefunden und der Rechtsstreit beigelegt werden“, sagt Kunze. Erst dann sei „eine Wiederinbetriebnahme der Bühne im Hafenhaus möglich“ und könnte mit dem Volkstheater, der Hochschule für Musik und Theater (HMT) oder anderen eventuellen Interessenten über eine langfristige Nutzung der Bühne gesprochen werden.

Die Hochschule soll die Bühne als Probestätte für ihre Popularmusiker wollen. Die freie Theatergruppe Freigeister war der letzte Nutzer des Hauses und hatte es Schauwerk getauft. Der Kommunale Eigenbetrieb für Objektbewirtschaftung (KOE) hatte deren Mietvertrag im Juli 2015 nicht verlängert, weil er nicht kostendeckend war. Seitdem steht das Haus leer, auch aufgrund des Gerichtsverfahrens und einhergehender juristischer Grundsatzfragen. Die Stadt hatte das Hafenhaus 1998 an einen Immobilienfonds, eine Leasinggesellschaft, verkauft, weil es in einem schlechten Zustand war. Das Geld für die komplette Sanierung war nicht verfügbar. Gleich nach dem ersten Vertrag wurde ein zweiter aufgesetzt, ein Leasingvertrag. Er räumte der Stadt das Nutzungsrecht ein – mit der Option, dass das Haus später wieder ihr gehört.

Seit mehr als acht Jahren streiten KOE und Leasinggesellschaft über die Vertragsmodalitäten. Ein Gericht erklärte 2014: Das Haus gehört nicht der Stadt. Die hielt dagegen. Sie hätte das Gebäude ja nie verkauft, hätte sie nicht gewusst, dass sie es weiter nutzen kann. Das unterstreiche der zweite Vertrag, argumentierte KOE-Chefin Sigrid Hecht. Ist der ungültig, müsse es auch der erste sein und das Haus damit im Besitz der Stadt.

Im Hafenhaus sind neben der Bühne auch das Hanse Sail-Büro, Arztpraxen oder auch ein Restaurant. Auch Stefan Rosinski, der frühere Theatergeschäftsführer hatte sich dafür interessiert, das TiS wieder nutzen zu können. Theaterintendant Sewan Latchinian hatte dessen Aufgabe beschlossen, als die Stadt Einsparungen gefordert hatte, um die Tanzsparte zu erhalten. Dass das TiS geopfert würde, sei nicht gefordert worden.


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